Berufsunfähigkeit trifft Ärzte statistisch häufiger als andere Akademiker. Die Belastungen des Arztberufs, hohe Verantwortung, Schichtdienst, emotionale Beanspruchung und körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten, führen zu einem spezifischen Risikoprofil. Stand: April 2026 ist psychische Erkrankung die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit in Deutschland insgesamt; bei Ärzten ist dieser Anteil sogar überdurchschnittlich.

Häufigste BU-Ursachen bei Ärzten 2026

| BU-Ursache | Anteil (ca.) | Besonderheit für Ärzte |

|---|---|---|

| Psychische Erkrankungen (inkl. Burnout, Depression) | ca. 28 – 32 % | Ärzte überdurchschnittlich betroffen |

| Erkrankungen des Bewegungsapparats (Rücken, Gelenke) | ca. 22 – 26 % | Chirurgen, Anästhesisten besonders gefährdet |

| Krebs / bösartige Neubildungen | ca. 15 – 18 % | frühzeitige Vorsorge entscheidend |

| Herz-Kreislauf-Erkrankungen | ca. 10 – 13 % | Stressberufe erhöhtes Risiko |

| Unfälle | ca. 7 – 10 % | häufig Wegeunfälle |

| Neurologische Erkrankungen | ca. 5 – 8 % | MS, Parkinson u.a. |

| Infektionskrankheiten / Berufserkrankungen | ca. 2 – 5 % | Nadelstichverletzungen, HBV, HCV |

| Suchterkrankungen (Alkohol, Medikamente) | Untererfasst | berufliche Dunkelziffer hoch |

Quellen: GDV Statistik, Bundesärztekammer, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN), Stand 2025/2026.

Einordnung

Der hohe Anteil psychischer Erkrankungen zeigt, warum eine BU-Versicherung, die auch Burnout und Depression als Leistungsauslöser anerkennt, für Ärzte unverzichtbar ist. Günstige Grundfähigkeitsversicherungen leisten hier häufig nicht. Chirurgen und manuelle Tätigkeiten ausübende Fachärzte tragen ein erhöhtes Muskel-Skelett-Risiko. Die berufsspezifische Exposition gegenüber Infektionskrankheiten macht eine Klausel für Berufsunfähigkeit durch Infektionskrankheiten sinnvoll. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Methodik / Datengrundlage

Prozentangaben basieren auf GDV-Statistiken zur BU-Leistungsursache in Deutschland sowie fachgruppenspezifischen Auswertungen. Da Ärzte in einigen Studien getrennt erfasst werden, sind die Werte teilweise interpoliert; die Rangfolge der Ursachen ist gesichert.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass psychische Erkrankungen bei Ärzten oft tabuisiert sind und BU-Anträge deshalb verzögert gestellt werden, was zu finanziellen Einbußen führt.

Quellen und weiterführende Informationen

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