Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sind für viele Arztpraxen ein bedeutender und wachsender Umsatzbaustein. Anders als Kassenhonorare sind IGeL nicht budgetiert und ermöglichen eine flexible Preisgestaltung nach GOÄ. Stand: April 2026 umfasst der IGeL-Markt in Deutschland schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro jährlich; der Nutzungsgrad variiert erheblich nach Fachgebiet und Praxisphilosophie.

IGeL-Umsätze in deutschen Arztpraxen 2026

| Kennzahl | Wert | Quelle / Hinweis |

|---|---|---|

| IGeL-Gesamtmarkt Deutschland (p.a.) | ca. 1,3 – 1,5 Mrd. € | Schätzung GKV-Spitzenverband / IGeL-Monitor |

| Anteil Praxen mit IGeL-Angebot | ca. 65 – 75 % | Befragungen Ärzteverbände |

| Durchschnittlicher IGeL-Jahresumsatz je Praxis | 10.000 – 30.000 € | stark fachabhängig |

| IGeL-Anteil am Praxisgesamtumsatz | 5 – 15 % | Allgemeinmedizin |

| IGeL-Anteil am Umsatz (Augenheilkunde) | 15 – 25 % | höchste Quote |

| IGeL-Anteil am Umsatz (Orthopädie) | 10 – 20 % | Akupunktur, Stoßwelle |

| Häufigste IGeL (nach Nachfrage) | Glaukomvorsorge, Hautkrebsscreening, PSA | IGeL-Monitor |

| Durchschnittlicher IGeL-Umsatz je Patient | 40 – 80 € | einmalig je Leistung |

Quellen: IGeL-Monitor, GKV-Spitzenverband, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Stand 2025/2026.

Einordnung

IGeL sind eine legitime Möglichkeit für Ärzte, medizinisch sinnvolle Leistungen anzubieten, die von der GKV nicht finanziert werden. Für die Praxisfinanzierung sind IGeL besonders wertvoll, weil sie budgetunabhängig sind und bei guter Patientenkommunikation hohe Akzeptanz finden. Gleichzeitig muss die Aufklärungspflicht und schriftliche Vereinbarung strikt eingehalten werden, um rechtliche Risiken zu vermeiden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Methodik / Datengrundlage

Marktgrößen sind Schätzwerte basierend auf Befragungsdaten und Hochrechnungen des IGeL-Monitors und des GKV-Spitzenverbands. Fachgruppenspezifische IGeL-Anteile entstammen KBV-Praxispanel-Auswertungen.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass IGeL-Umsätze bei der Praxisbewertung zunehmend getrennt von Kassenumsätzen bewertet werden, da sie nicht durch Bedarfsplanung gedeckelt sind.

Quellen und weiterführende Informationen

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