Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) stellen für niedergelassene Ärzte eine bedeutende Einnahmequelle jenseits der GKV-Vergütung dar. Laut Schätzungen werden in Deutschland jährlich über 1,5 Milliarden Euro mit IGeL-Leistungen umgesetzt. Für einzelne Praxen kann der IGeL-Anteil je nach Fachrichtung und Patientenstruktur zwischen wenigen Prozent und einem Viertel des Gesamtumsatzes betragen. Stand: April 2026.

IGeL-Umsätze nach Fachrichtung – Statistik 2025/2026

FachrichtungDurchschnittlicher IGeL-JahresumsatzAnteil am GesamtumsatzHäufigste IGeL
Augenarzt35.000–55.000 €18–28 %Glaukomvorsorge, Sehschärfe-Check
Gynäkologie25.000–45.000 €12–22 %3D-Ultraschall, erweiterter Krebsabstrich
Allgemeinmedizin12.000–22.000 €5–12 %Reisemedizin, Vorsorgepaket
Dermatologie20.000–40.000 €10–20 %Hautkrebsscreening, Laserbehandlung
Orthopädie18.000–35.000 €8–18 %Infiltrationen, Stoßwellentherapie
Innere Medizin15.000–30.000 €6–14 %Vitalstoffanalyse, Ultraschall-Screening
Gesamtmarkt Deutschland (Schätzung)1,5–2,0 Mrd. € p. a.GKV-Spitzenverband / MDS

Einordnung

IGeL-Umsätze hängen stark von der Praxisphilosophie, dem Standort (städtisch vs. ländlich) und der Patientenzusammensetzung ab. Augenarztpraxen und gynäkologische Praxen führen die Statistik an, da sie traditionell stark nachgefragte Vorsorgeuntersuchungen anbieten, die die GKV nicht erstattet. Der IGeL-Monitor des MDS bewertet viele dieser Leistungen kritisch hinsichtlich des Nutzennachweises; Ärzte sollten die Aufklärungspflicht sehr ernst nehmen, um Haftungsrisiken zu minimieren.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass IGeL-Umsätze bei der Praxisübernahme häufig unterschätzt werden. Bei der Praxisbewertung und Kaufpreisfindung sollte der nachhaltige IGeL-Umsatz explizit berücksichtigt und dokumentiert werden.

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Methodik / Datengrundlage

Die Umsatzdaten basieren auf Erhebungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Angaben des MDS-IGeL-Monitors sowie Praxisbenchmarks des Deutschen Ärzteblatts (Ausgaben 2024/2025). Marktvolumen-Schätzungen beruhen auf GKV-Statistiken und Hochrechnungen.

Quellen und weiterführende Informationen

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