Künstliche Intelligenz hält in deutschen Arztpraxen zunehmend Einzug, auch wenn die Verbreitung bisher geringer ist als in stationären Einrichtungen. Anwendungen reichen von der automatischen Dokumentation über KI-gestützte Bildanalyse bis hin zur intelligenten Terminverwaltung. Die folgenden Daten zeigen den aktuellen Stand der KI-Adoption in der ambulanten Versorgung, Stand: April 2026.
KI-Nutzung in Arztpraxen – Statistik 2025/2026
| KI-Anwendungsbereich | Nutzungsquote (Arztpraxen, D) | Trend | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| KI-gestützte Dokumentation / Spracherkennung | ca. 22 % | stark steigend | z. B. Dragon Medical, Nuance |
| KI-Terminmanagement und Patientensteuerung | ca. 15 % | steigend | Chatbots, automatisierte Erinnerungen |
| KI-gestützte Bilddiagnostik (Radiologie, Derm.) | ca. 12 % | steigend | größtenteils Fachpraxen |
| KI-basierte Entscheidungsunterstützung (klinisch) | ca. 8 % | steigend | Leitlinien-Assistenten |
| KI-Abrechnungsoptimierung | ca. 10 % | steigend | automatische EBM-Kodierung |
| Kein KI-Einsatz | ca. 62 % | rückläufig | vor allem ältere Praxen |
| Anteil Ärzte mit positiver KI-Einstellung | ca. 55 % | steigend | Ärzteblatt-Umfrage 2024 |
| Anteil Ärzte mit Datenschutzbedenken bei KI | ca. 70 % | stabil | Haupthemmnis für Adoption |
Einordnung
Die KI-Adoption in Arztpraxen steigt kontinuierlich, wird aber durch Datenschutzbedenken und fehlende Zertifizierungen nach MDR (Medical Device Regulation) gebremst. Dokumentations-KI ist der am stärksten wachsende Bereich, da sie administrative Belastung direkt reduziert und keinen direkten Eingriff in medizinische Entscheidungen erfordert. Ärzte, die KI-Systeme einsetzen, müssen haftungsrechtlich sicherstellen, dass die ärztliche Letztverantwortung dokumentiert bleibt. Dies ist auch für Berufshaftpflichtversicherer zunehmend relevant.
In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass KI-Systeme in Praxen neue Haftungsfragen aufwerfen, die beim Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung ausdrücklich berücksichtigt werden sollten.
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Methodik / Datengrundlage
Nutzungsquoten basieren auf der KBV-Digitalisierungsumfrage 2024, dem Deutschen Ärzteblatt-Sonderheft Digitalisierung 2025 sowie Marktstudien von Bitkom und McKinsey Health (2025). Werte sind Schätzwerte mit eingeschränkter Repräsentativität aufgrund unterschiedlicher Studiendesigns.
Quellen und weiterführende Informationen
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