Laborleistungen sind in der vertragsärztlichen Abrechnung durch das EBM-Kapitel 32 geregelt und unterliegen einem eigenen Budget, das separat vom Regelleistungsvolumen verwaltet wird. Überschreitungen führen zu Abzügen oder Regressforderungen. Die Laborkosten variieren stark nach Fachgruppe und Patientenstruktur. Stand: April 2026.
Laborkosten pro Quartal nach Fachgruppe – Benchmark 2025/2026
| Fachgruppe | Laborkosten je Quartal (Ø) | Laborkosten je Behandlungsfall | Budget-Überschreitungsrisiko |
|---|---|---|---|
| Allgemeinmedizin | 12.000–25.000 € | 8–18 € | mittel |
| Hausärztliche Internisten | 15.000–30.000 € | 12–22 € | mittel bis hoch |
| Fachärztliche Internisten (Gastro, Nephro) | 25.000–50.000 € | 20–45 € | hoch |
| Gynäkologie | 8.000–18.000 € | 6–15 € | gering bis mittel |
| Kinderarzt | 6.000–14.000 € | 5–12 € | gering |
| Diabetologische Praxis | 20.000–40.000 € | 18–35 € | hoch |
| Urologie | 10.000–20.000 € | 8–18 € | mittel |
| Wirtschaftlichkeitsrichtwert Labor (EBM Kap. 32) | fachgruppenspezifisch | je Schein | KV-Vorgabe |
Einordnung
Laborkosten sind ein kritischer Kostenfaktor, da sie direkt mit Regressgefahr verbunden sind. Überschreiten Praxen den fachgruppenspezifischen Richtwert je Behandlungsfall dauerhaft und signifikant, können die KVen Wirtschaftlichkeitsprüfungen einleiten und Rückforderungen geltend machen. Besonders chronisch kranke Patientenstrukturen (Diabetes, CKD, chronische Herzinsuffizienz) treiben die Laborkosten nach oben. Praxen mit überdurchschnittlichen Laborkosten sollten eine Dokumentation der medizinischen Notwendigkeit im Auge behalten.
In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Regressrisiken aus der Wirtschaftlichkeitsprüfung unterschätzt werden und bei der Berechnung des Liquiditätspuffers berücksichtigt werden sollten.
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Methodik / Datengrundlage
Kostendaten entstammen dem KBV-Honorarbericht 2024, Zi-Praxis-Panel-Auswertungen sowie Fachverbands-Benchmarkstudien. Wirtschaftlichkeitsrichtwerte basieren auf regionalen KV-Vorgaben und unterliegen jährlichen Anpassungen.
Quellen und weiterführende Informationen
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