Arztpraxen gelten als wirtschaftlich stabil, doch Insolvenzen sind keine Seltenheit. Besonders in der Aufbauphase, bei Fehlinvestitionen oder nach Ausfall des Praxisinhabers können wirtschaftliche Krisen entstehen. Stand: April 2026.

Praxisinsolvenzen in Deutschland: Daten 2026

| Kriterium | Wert | Quelle |

|-----------|------|--------|

| Insolvenzverfahren (Freiberufler Gesundheit, ca.) | 150–200 pro Jahr | Destatis 2024 |

| Hauptursache: Liquiditätsmangel | ca. 48 % | Creditreform 2024 |

| Hauptursache: Überschuldung (Investitionsfinanzierung) | ca. 29 % | Creditreform 2024 |

| Hauptursache: Krankheit/Berufsunfähigkeit des Inhabers | ca. 18 % | Marktbeobachtung |

| Risikogruppe: Praxen in den ersten 5 Jahren | überproportional | Apobank Analyse 2024 |

| Praxen mit mehr als 2 Jahren Betriebsunterbrechungsversicherung | ca. 42 % | GDV 2024 |

| Durschnittliche Verbindlichkeiten bei Insolvenz | ca. 380.000 € | Creditreform 2024 |

| Anteil Praxen mit negativem Cash Flow (1 Quartal) | ca. 12 % | KBV Praxisbarometer 2025 |

Einordnung

Praxisinsolvenzen entstehen selten plötzlich. Häufige Warnsignale sind: dauerhaft sinkende Honorareinnahmen, wachsende Rückstände bei Lieferanten oder dem Finanzamt, fehlendes Controlling und mangelnde Liquiditätsreserven. Besonders gefährdet sind neu gegründete Praxen mit hohem Investitionsdarlehen und unzureichendem Cashflow-Puffer.

Die Berufsunfähigkeit des Praxisinhabers ist ein besonders unterschätztes Insolvenzrisiko: Fällt der einzige Arzt dauerhaft aus, ohne abgesichert zu sein, kann die Praxis nicht weitergeführt werden. In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Praxen mit vollständigem Versicherungsschutz (BU, Betriebsunterbrechung, Inhaltsversicherung) deutlich seltener in existenzielle Krisen geraten.

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Methodik / Datengrundlage

Insolvenzstatistiken aus Destatis-Insolvenzstatistik 2024 (Wirtschaftszweig: Freiberufe, Gesundheitswesen). Ursachenanalyse nach Creditreform Wirtschaftsforschung 2024.

Quellen und weiterführende Informationen

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