Der Goodwill einer Arztpraxis beschreibt den immateriellen Wert, der über den materiellen Sachwert (Geräte, Einrichtung) hinausgeht. Er umfasst Patientenstamm, Standort, Ruf und Umsatzpotenzial. Die Goodwill-Werte unterscheiden sich erheblich nach Fachrichtung. Stand: April 2026.

Praxiswerte und Goodwill nach Fachrichtung: Daten 2026

| Fachrichtung | Goodwill (Spanne) | Sachwert (Ø) | Typische Bewertungsmethode | Quelle |

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| Allgemeinmedizin | 60.000–200.000 € | 30.000–80.000 € | Umsatzanteilmethode | Apobank / KV 2026 |

| Innere Medizin (Hausarzt) | 80.000–250.000 € | 40.000–100.000 € | Ertragswertmethode | Marktbeobachtung |

| Gynäkologie | 100.000–300.000 € | 50.000–150.000 € | Ertragswertmethode | Marktbeobachtung |

| Orthopädie | 120.000–350.000 € | 60.000–200.000 € | Ertragswertmethode | Marktbeobachtung |

| Radiologie / Nuklearmedizin | 200.000–600.000 € | 100.000–400.000 € | Ertragswertmethode | Marktbeobachtung |

| Dermatologie (IGeL-stark) | 150.000–500.000 € | 50.000–200.000 € | Ertragswertmethode | Marktbeobachtung |

| Allgemein: Bewertungsformel (vereinfacht) | ca. 30–70 % des Jahresumsatzes | – | BMF-Richtlinie | BMF |

Einordnung

Der Goodwill einer Praxis ist abhängig von der Fortführbarkeit: Wenn der Nachfolger die Patienten übernehmen kann und der Standort attraktiv ist, rechtfertigt sich ein höherer Goodwill. In überversorgten Gebieten sinkt der Goodwill, weil Käufer wissen, dass Patienten auch zur nächsten Praxis wechseln.

Die Ertragswertmethode gilt als betriebswirtschaftlich fundierter Standard: Der nachhaltig erzielbare Jahresüberschuss wird mit einem Faktor (typisch 2–4) multipliziert. In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Praxen mit stabiler Privatpatientenquote über dem Durchschnitt liegen und einen höheren Faktor rechtfertigen.

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Methodik / Datengrundlage

Goodwill-Richtwerte aus Apobank-Praxisübertragungsstatistik 2025 und KV-Vermittlungsdaten. Bewertungsmethoden nach BGH-Rechtsprechung und BMF-Richtlinien.

Quellen und weiterführende Informationen

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