Der Anteil privat versicherter Patienten (PKV-Patienten und Selbstzahler) variiert erheblich nach Fachrichtung und Region. Da Privatliquidation nach GOÄ deutlich höhere Erlöse als GKV-Abrechnung erzielt, hat die Privatpatientenquote direkten Einfluss auf die Praxiswirtschaftlichkeit. Stand: April 2026.
Privatpatienten-Anteil nach Fachrichtung: Daten 2026
| Fachrichtung | Anteil PKV-Patienten (ca.) | Umsatzanteil Privatliquidation | GOÄ-Multiplikator (Ø) | Quelle |
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| Allgemeinmedizin | 10–13 % | 20–30 % des Umsatzes | 2,3-fach | KBV 2025 |
| Innere Medizin (Hausarzt) | 11–15 % | 22–35 % | 2,5-fach | KBV 2025 |
| Gynäkologie | 14–18 % | 28–40 % | 2,8-fach | Marktbeobachtung |
| Orthopädie | 15–20 % | 30–45 % | 3,0-fach | Marktbeobachtung |
| Dermatologie | 22–32 % | 40–55 % | 3,5-fach | Marktbeobachtung |
| Radiologie | 20–28 % | 35–50 % | 2,5-fach | Marktbeobachtung |
| Augenheilkunde | 18–25 % | 35–50 % | 2,8-fach | Marktbeobachtung |
| PKV-Anteil Bevölkerung 2026 | ca. 11 % | – | – | PKV-Verband 2025 |
Einordnung
Der gesamtbevölkerungsbezogene PKV-Anteil von ca. 11 % liegt deutlich unter den fachspezifischen Privatpatientenanteilen in spezialisierten Praxen, da sich PKV-Versicherte überproportional an Fachärzten und Spezialisten orientieren. Praxen in einkommensstärkeren städtischen Lagen und mit starkem Ruf haben systematisch höhere Privatpatientenanteile.
Der GOÄ-Multiplikator bestimmt, wie viel über dem einfachen Satz abgerechnet wird. Ein Wert von 2,3 (Standardfaktor) gilt für unkomplizierte Leistungen; bei aufwändigeren Fällen ist der 3,5-fache Satz möglich. In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass die Privatpatientenquote ein zentrales Kriterium bei der Praxisbewertung und Kreditvergabe ist.
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Methodik / Datengrundlage
Privatpatientenanteile aus KBV-Praxisbarometer 2025 und Markterhebungen fachspezifischer Berufsverbände. PKV-Bevölkerungsanteil nach PKV-Verband-Statistik 2025.
Quellen und weiterführende Informationen
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