In Deutschland sind rund 10,5 % der Bevölkerung privat krankenversichert (PKV). Der tatsächliche Privatpatienten-Anteil in einer Praxis hängt jedoch stark von der Fachgruppe, dem Standort und dem Leistungsspektrum ab. Stand: April 2026.
Privatpatienten-Anteil nach Fachrichtung 2026
| Fachrichtung | PKV-Anteil an Patientenschaft (ca.) | PKV-Anteil am Honorar (ca.) | Ø Honorar PKV ggü. GKV (Faktor) |
|---|---|---|---|
| Augenheilkunde | ca. 30–38 % | ca. 45–55 % | ca. 2,5-fach |
| Dermatologie | ca. 25–35 % | ca. 40–50 % | ca. 2,3-fach |
| Orthopädie | ca. 20–30 % | ca. 35–45 % | ca. 2,2-fach |
| HNO | ca. 18–25 % | ca. 30–40 % | ca. 2,0-fach |
| Frauenheilkunde | ca. 15–22 % | ca. 25–35 % | ca. 2,0-fach |
| Innere Medizin | ca. 14–20 % | ca. 25–35 % | ca. 2,2-fach |
| Chirurgie | ca. 18–28 % | ca. 30–45 % | ca. 2,4-fach |
| Allgemeinmedizin | ca. 10–15 % | ca. 18–25 % | ca. 1,8-fach |
| Psychiatrie / Psychotherapie | ca. 12–18 % | ca. 20–30 % | ca. 1,9-fach |
| Pädiatrie | ca. 8–12 % | ca. 14–20 % | ca. 1,7-fach |
Quelle: KBV-Grunddaten 2024/2025, GKV-Spitzenverband Versichertenstatistik, PKV-Verband Zahlenbericht 2024, eigene Schätzungen. Der Honorarfaktor PKV/GKV variiert je nach Leistungsportfolio und angewandtem GOÄ-Steigerungssatz erheblich.
Hinweis: PKV-Versicherte sind in der Bevölkerungsgruppe der Berufstätigen mit hohem Einkommen überrepräsentiert. Praxen in städtischen, wohlhabenden Lagen weisen typischerweise höhere Privatpatienten-Anteile auf als ländliche Praxen.
Einordnung
Da PKV-Patienten im Schnitt etwa das Doppelte bis Dreifache des GKV-Honorars einbringen, hat der Privatpatienten-Anteil einen überproportionalen Einfluss auf die Praxiserlöse. Eine Augenheilkundepraxis mit 35 % PKV-Patienten kann damit rechnen, dass diese Patienten mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachen. Für die Praxisplanung und Nachfolgeplanung ist der Privatpatienten-Anteil daher ein entscheidender Wertfaktor.
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Methodik / Datengrundlage
Grundlage sind die KBV-Grunddaten, die Versichertenstatistik des GKV-Spitzenverbands sowie der PKV-Zahlenbericht. Da keine Datenquelle den Privatpatienten-Anteil pro Fachgruppe exakt ausweist, wurden die Werte aus kombinierten Angaben verschiedener Quellen und Branchenkenntnissen geschätzt.
In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Praxisinhaber den Privatpatienten-Anteil beim Praxiskauf oft als nachrangig betrachten, obwohl er einen der stärksten Hebel für den Goodwill und die Rentabilität der Praxis darstellt.
Quellen und weiterführende Informationen
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