Sonderausgaben mindern das zu versteuernde Einkommen und sind vom tatsächlichen Einkommen abzugrenzen. Sie umfassen Vorsorgeaufwendungen (z.B. Krankenversicherungsbeiträge, Altersvorsorge), Unterhaltszahlungen und bestimmte Ausgaben wie Schulgeld oder Spenden. Stand: April 2026 sind die relevanten Höchstbeträge aus dem Einkommensteuergesetz gültig; für Ärzte sind insbesondere Vorsorgeaufwendungen und Rürup-Beiträge relevant.
Sonderausgaben-Höchstbeträge für Ärzte 2026
| Sonderausgabe | Höchstbetrag 2026 | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Basisversorgung (Rürup-Rente, GRV-Beiträge) | 29.344 € (Einzelperson) | § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG |
| PKV-Beitrag (Basiskranken- und Pflegeversicherung) | vollständig abzugsfähig | § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG |
| PKV gesamt (inkl. Zusatzleistungen) | bis max. 1.900 € Sozialleistungsabzug | § 10 Abs. 4 EStG |
| Riester-Rente (förderfähiger Beitrag) | 2.100 € (inkl. Zulagen) | § 10a EStG |
| Kirchensteuer | vollständig abzugsfähig | § 10 Abs. 1 Nr. 4 EStG |
| Unterhalt an geschiedenen Ehepartner | bis 13.805 € | § 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG |
| Spenden und Mitgliedsbeiträge | bis 20 % der Einkünfte | § 10b EStG |
| Schulgeld (70 % von max. 5.000 €) | bis 3.500 € | § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG |
Quellen: EStG 2026, BMF-Schreiben, Stand April 2026.
Einordnung
Für Ärzte im Spitzensteuersatz ist die vollständige Ausschöpfung aller Sonderausgaben-Höchstbeträge ein wichtiger Hebel zur Steuerminimierung. Besonders wirksam: der Rürup-Beitrag (bis 29.344 €) in Kombination mit der PKV-Beitragsabzugsfähigkeit. Während PKV-Grundbeiträge vollständig abzugsfähig sind, gilt für Zusatzleistungen (Chefarztbehandlung, Einzelzimmer) der Deckel bei 1.900 €. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Methodik / Datengrundlage
Alle Beträge entstammen dem EStG in der Fassung 2026. Für verheiratete Ärzte können sich durch den Splitting-Tarif und doppelte Freibeträge andere Werte ergeben. Keine individuelle Steuerberatung.
In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass viele Ärzte die abzugsfähige PKV-Basisprämie nicht vollständig geltend machen, weil sie die Aufteilung zwischen Basis- und Zusatzleistungen nicht kennen.
Quellen und weiterführende Informationen
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