Die Telemedizin hat sich in Deutschland seit der COVID-19-Pandemie fest etabliert. Videosprechstunden, Fernrezepte und digitale Befundübermittlung sind inzwischen Bestandteil des Praxisalltags. Stand: April 2026 zeigen aktuelle Auswertungen der KBV und des GKV-Spitzenverbands, dass sich die Nutzung auf einem stabilen Plateau eingependelt hat, aber regional und fachspezifisch stark variiert.

Telemedizin-Nutzungsdaten 2026

| Indikator | Wert | Quelle |

|---|---|---|

| Videosprechstunden gesamt (GKV, 2025) | ca. 35–38 Mio. | KBV Videosprechstunde-Monatsstatistik 2025 |

| Anteil Praxen mit aktiver Videosprechstunde | ca. 28 % aller Vertragsarztpraxen | KBV Telematik-Monitor 2025 |

| Videosprechstunden je Praxis (Mittelwert, aktive Praxen) | ca. 18 je Quartal | KBV-Auswertung 2025 |

| Anteil Videosprechstunden an allen Arzt-Patienten-Kontakten | ca. 1,5–2,0 % | GKV-Spitzenverband 2025 |

| Häufigste Fachgruppen Videosprechstunde | Psychiatrie, Allgemeinmedizin, Neurologie | KBV Fachgruppenauswertung 2025 |

| Durchschnittliche Konsultationsdauer (Video) | ca. 12–15 Minuten | Befragung KBV/Zi 2024 |

| Vergütung Videosprechstunde EBM (GOP 01450) | 1,27 € je Minute, max. 15 Min. | EBM 2026 |

| Patientenzufriedenheit Videosprechstunde | 72 % „zufrieden" oder „sehr zufrieden" | Zi-Patientenbefragung 2024 |

Telemedizin nach Fachgebiet 2025/2026

| Fachgebiet | Anteil Praxen mit Videosprechstunde | Quelle |

|---|---|---|

| Psychiatrie/Psychosomatik | ca. 65 % | KBV Fachgruppenauswertung 2025 |

| Allgemeinmedizin | ca. 30 % | KBV Fachgruppenauswertung 2025 |

| Neurologie | ca. 38 % | KBV Fachgruppenauswertung 2025 |

| Innere Medizin | ca. 22 % | KBV Fachgruppenauswertung 2025 |

| Chirurgie/Orthopädie | ca. 12 % | KBV Fachgruppenauswertung 2025 |

Einordnung

Die Videosprechstunde ist vor allem in der Psychiatrie und Neurologie zum Standard geworden, wo Folgeberatungen häufig ohne körperliche Untersuchung möglich sind. In der Chirurgie und Orthopädie bleibt die Nutzung gering, da Untersuchungen oft nicht substituierbar sind. Für niedergelassene Ärzte bleibt die Abrechnung über GOP 01450 (EBM) der wichtigste Erlöspfad; die Vergütung ist zwar gedeckelt, erspart aber Fahrtzeiten und ermöglicht eine effizientere Terminplanung.

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Methodik / Datengrundlage

Die angegebenen Zahlen beruhen auf dem KBV-Telematik-Monitor, der KBV-Videosprechstunden-Monatsstatistik sowie Veröffentlichungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) und des GKV-Spitzenverbands (jeweils Stand 2024/2025). Einzelne Schätzwerte wurden durch Interpolation der vorliegenden Quartalsdaten ermittelt.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass Ärzte, die Telemedizin intensiv nutzen, häufig fragen, ob die Berufshaftpflicht auch für Videosprechstunden gilt; dies ist in der Regel der Fall, sollte aber ausdrücklich im Versicherungsvertrag bestätigt sein.

Quellen und weiterführende Informationen

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