Die Telematikinfrastruktur (TI) ist die digitale Pflichtanbindung für alle Vertragsarztpraxen in Deutschland. Seit der flächendeckenden Einführung berichten Praxen regelmäßig von Verbindungsausfällen, die den Praxisbetrieb beeinträchtigen: vom Ausfall der elektronischen Gesundheitskarte bis zur Unterbrechung des E-Rezept-Dienstes. Stand: April 2026 laufen Betreiberverantwortung und Störungsmanagement über die gematik GmbH.

TI-Ausfalldaten 2026

| Indikator | Wert | Quelle |

|---|---|---|

| Gemeldete TI-Störungen (gematik-Statusseite, Ø pro Monat) | ca. 4–8 überregionale Incidents | gematik Statusseite, Auswertung 2025 |

| Praxen mit mind. 1 TI-Ausfall pro Quartal (Befragung) | ca. 65 % | KBV-Praxisbefragung Digitalisierung 2024 |

| Durchschnittliche Ausfallzeit je Störung | ca. 45–120 Minuten | gematik Incident-Reports 2024/2025 |

| Häufigste Ursache | Konnektor-Fehler und Zertifikatsablauf | gematik, KBV-Meldungen |

| Einnahmenausfall je Ausfallstunde (Schätzung Einzelpraxis) | ca. 150–350 € | KBV-Kalkulationsbasis Honorar 2025 |

| Mehraufwand Personal je Ausfall (Schätzung) | ca. 1–2 Stunden Nacharbeit | KBV-Praxisbefragung 2024 |

| Konnektortausch-Kosten (einmalig) | ca. 1.000–2.500 € | Hersteller-Listenpreise, gematik |

Häufige Ausfallursachen 2025/2026

| Ursache | Anteil der gemeldeten Fälle | Quelle |

|---|---|---|

| Abgelaufene TI-Zertifikate (Konnektor) | ca. 30 % | gematik Incident-Auswertung 2025 |

| Netzwerk-/Provider-Störungen | ca. 25 % | gematik Incident-Auswertung 2025 |

| Softwarefehler (PVS-Update-Inkompatibilität) | ca. 20 % | KBV-Fehlermeldungsanalyse 2025 |

| Hardware-Defekt (Konnektor, VPN-Box) | ca. 15 % | gematik, Anbieterberichte |

| Sonstige/Unbekannt | ca. 10 % | gematik Incident-Auswertung 2025 |

Einordnung

TI-Ausfälle sind kein Randphänomen, sondern treffen die Mehrheit der Praxen mehrfach jährlich. Die wirtschaftlichen Folgen gehen über den unmittelbaren Einnahmenausfall hinaus: Nacharbeit für Ersatzdokumentation, Patientenrückrufe und gestörte Terminabläufe binden Personalressourcen. Für die Praxis bedeutet das: Ein Ausfall-Notfallkonzept (Papierformulare, analoge Dokumentation) ist unverzichtbar. Versicherungsschutz für TI-bedingte Ausfälle ist über eine Betriebsunterbrechungsversicherung grundsätzlich möglich, aber die Police muss den Ausfall durch externe IT-Infrastruktur explizit einschließen.

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Methodik / Datengrundlage

Die Häufigkeitsdaten beruhen auf der öffentlich zugänglichen gematik-Statusseite, ausgewerteten Incident-Reports für 2024/2025 sowie der KBV-Praxisbefragung zur Digitalisierung (2024). Einnahmenausfälle sind Schätzwerte auf Basis des durchschnittlichen KBV-Honorars je Behandlungsstunde; sie variieren je nach Fachgebiet und Praxistyp.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass TI-Ausfälle bei Arztpraxen selten über eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgesichert sind, obwohl der kumulierte wirtschaftliche Schaden über ein Jahr erheblich sein kann.

Quellen und weiterführende Informationen

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