Seit der verpflichtenden Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) für Vertragsärzte sind Ausfälle ein dauerhaftes Thema in der Praxis. Die TI ist die technische Grundlage für eRezept, eAU, ePA und Videosprechstunde. Wenn sie ausfällt, sind viele Praxisprozesse blockiert.

TI-Ausfälle: Kennzahlen 2026

KennzahlWert
Durchschnittliche Ausfall-Stunden pro Praxis/Jahrca. 8 bis 20 Stunden
Anteil Praxen mit mindestens einem Ausfall/Quartalca. 40 bis 60 %
Häufigste UrsachenKonnektorfehler, Internetprobleme, gematik-Wartung
Honorarabzug bei TI-Nichtverfügbarkeit1 % des Quartalshonorar
Maximaler Abzug pro QuartalBegrenzt durch Nachweismöglichkeiten
Durchschnittliche Ausfalldauer je Ereignis1 bis 4 Stunden
eRezept-Ausfälle separat (2025/26)Mehrere überregionale Störungen

Praxen, bei denen die TI dauerhaft oder regelmäßig nicht verfügbar ist, riskieren Honorarabzüge. Die Kassenärztlichen Vereinigungen setzen diese Sanktionen automatisch um, wenn die TI-Verbindung nicht nachgewiesen werden kann.

Einordnung für Ärzte

Wichtig: Praxen haben die Pflicht, TI-Ausfälle zu dokumentieren und an die KV zu melden, um Honorarabzüge zu vermeiden. Die gematik betreibt ein Störungsportal, über das Ausfälle gemeldet werden können. Werden Ausfälle korrekt dokumentiert, entfällt der Honorarabzug.

Technisch verursachte Ausfälle, die auf der Seite der gematik oder des TI-Anbieters liegen, dürfen nicht zur Praxis weiterberechnet werden. Die Praxis muss jedoch den Fehler korrekt kategorisieren.

Aktuelle Entwicklungen

Mit dem Übergang zu TI 2.0 und Cloud-Konnektoren werden zentrale Ausfälle zwar seltener, aber Internetabhängigkeit erhöht das Risiko bei lokalen Netzwerkproblemen. Die gematik hat für 2026 eine verbesserte Störungsüberwachung angekündigt, die Praxen automatisch bei geplanten Wartungsfenstern informiert.


Quellen:

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