Die Rendite des Versorgungswerks beeinflusst direkt, wie viel Rente Ärzte später erhalten. Zwar werden die Renten über Rentenbausteine und nicht direkt als Kapitalrendite ausgezahlt, doch die erzielte Nettoverzinsung des Kapitalstocks bestimmt die langfristige Finanzkraft der Versorgungseinrichtung. Die Unterschiede zwischen den Kammern sind erheblich. Stand: April 2026.

Versorgungswerk-Renditen im Kammervergleich 2024

| Versorgungswerk | Nettoverzinsung 2024 | Ø 10-Jahres-Rendite | Hauptanlageform |

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| Bayerische Ärzteversorgung (BÄV) | 4,8 % | 4,2 % | Immobilien, Anleihen |

| Versorgungswerk Nordrhein | 4,5 % | 4,0 % | Anleihen, Aktien |

| Versorgungswerk Westfalen-Lippe | 4,3 % | 3,9 % | Anleihen, Immobilien |

| Berliner Ärzteversorgung | 4,1 % | 3,7 % | Anleihen, Infrastruktur |

| Hamburger Ärzteversorgung | 5,2 % | 4,5 % | Immobilien, Aktien |

| Versorgungswerk Hessen | 3,8 % | 3,5 % | Anleihen, Immobilien |

| Versorgungswerk Baden-Württemberg | 4,2 % | 3,8 % | Diversifiziert |

| Sächsische Ärzteversorgung | 3,1 % | 3,0 % | Anleihen (konservativ) |

| Versorgungswerk Niedersachsen | 3,9 % | 3,6 % | Anleihen, Immobilien |

Einordnung

Die Hamburger Ärzteversorgung erzielt mit 5,2 % die höchste Nettoverzinsung, was zu einem erheblichen Teil auf einen höheren Immobilienanteil und frühe Aktieninvestitionen zurückgeführt wird. Im Vergleich liegt die Sächsische Ärzteversorgung mit 3,1 % deutlich darunter, was historisch auf den konservativeren Kapitalanlagepfad zurückzuführen ist.

Insgesamt ist die Renditestärke der Versorgungswerke ein wichtiges, aber nicht das einzige Entscheidungskriterium. Ebenso relevant sind die Rentenformel, die Hinterbliebenenversorgung und die Berufsunfähigkeitsrente. Für Ärzte in der Berufseinstiegsphase lohnt ein genauer Blick auf die Anlagestrategie des eigenen Versorgungswerks.

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Methodik / Datengrundlage

Die Renditezahlen entstammen den jährlichen Geschäftsberichten der jeweiligen Versorgungswerke. Die Nettoverzinsung wird nach Abzug von Verwaltungskosten und Rückstellungen ermittelt und ist daher vergleichbar mit der Nettoverzinsung von Lebensversicherungen nach dem DAV-Standard. Die 10-Jahres-Durchschnitte sind gerundete Orientierungswerte.

In der Beratungspraxis von Ärzteversichert zeigt sich, dass die Renditeunterschiede langfristig einen erheblichen Effekt auf die erzielte Altersrente haben. Ein Unterschied von 1 Prozentpunkt über 30 Jahre Einzahlung macht bei typischen Beitragshöhen mehrere Hunderttausend Euro im Kapitalstock aus.

Quellen und weiterführende Informationen

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