Die Kapitalanlagerendite bestimmt langfristig die Höhe der Versorgungswerksrente. Je höher die erzielte Rendite, desto mehr Anwartschaften können aus den Beiträgen gebildet werden. Die 18 deutschen Ärztekammerversorgungswerke unterscheiden sich in ihrer Anlagestrategie und ihren Ergebnissen.

Renditen ausgewählter Versorgungswerke (historische Durchschnittswerte)

VersorgungswerkNettoverzinsung ca. (10 J. Ø)RechnungszinsVerwaltetes Vermögen (ca.)Anlagestruktur
Bayern (BÄK VW)ca. 4,5 bis 5,0 %3,25 %ca. 10 Mrd. EuroDiversifiziert, Immobilien stark
Nordrheinca. 4,0 bis 4,5 %3,25 %ca. 6 Mrd. EuroDiversifiziert
Hamburgca. 4,2 bis 4,8 %3,25 %ca. 3 Mrd. EuroImmobilien und Anleihen
Berlinca. 3,5 bis 4,2 %3,0 %ca. 4 Mrd. EuroKonservativ
Sachsenca. 3,8 bis 4,3 %3,25 %ca. 2 Mrd. EuroDiversifiziert
GRV (Vergleich)implizit ca. 2,5 bis 3,0 %UmlagefinanziertKeine KapitaldeckungNicht vergleichbar

Hinweis: Die Zahlen basieren auf Geschäftsberichten und öffentlich zugänglichen Angaben der Versorgungswerke. Die genauen Nettoverzinsungen variieren jährlich erheblich, je nach Kapitalmarktlage.

Einordnung für Ärzte

Der Rechnungszins ist die garantierte Verzinsung, auf deren Basis die Rentenanwartschaften berechnet werden. Eine höhere tatsächliche Rendite als der Rechnungszins führt zu Überschüssen, die die Renten erhöhen können. Umgekehrt kann ein anhaltend niedrigeres Zinsniveau die Leistungen belasten.

Die Anlagestruktur variiert: Bayerns Versorgungswerk setzt stark auf Immobilien und Alternative Anlagen, was in den vergangenen Jahren höhere Renditen ermöglichte. Konservativere Werke investieren stärker in Anleihen mit niedrigerer Rendite, aber geringerem Risiko.

Aktuelle Entwicklungen

Das Zinsniveau ist 2022 bis 2024 deutlich gestiegen, was langfristig die Anleiherenditen der Versorgungswerke verbessert hat. Gleichzeitig haben Immobilienwertberichtigungen in einigen Portfolios einmalige Renditedämpfer erzeugt. Langfristig bleiben die Versorgungswerke stabile Altersvorsorgeträger.


Quellen:

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