Lange Wartezeiten auf Arzttermine sind in Deutschland ein strukturelles Problem, das Patienten frustriert und Praxen unter Druck setzt. Die durchschnittlichen Wartezeiten variieren stark nach Fachrichtung, Region und Versicherungsstatus.
Wartezeiten nach Fachrichtung und Versicherungsstatus (2026)
| Fachrichtung | GKV-Wartezeit (Median, Wochen) | PKV-Wartezeit (Median, Wochen) |
|---|---|---|
| Allgemeinmedizin | 1 bis 2 | unter 1 |
| Orthopädie | 4 bis 8 | 1 bis 2 |
| Psychiatrie/Psychotherapie | 12 bis 24 | 4 bis 8 |
| Gynäkologie | 2 bis 6 | unter 2 |
| Augenheilkunde | 4 bis 10 | 1 bis 3 |
| Dermatologie | 6 bis 14 | 2 bis 4 |
| Kardiologie | 6 bis 12 | 2 bis 4 |
| Neurologie | 8 bis 16 | 2 bis 5 |
| Urologie | 4 bis 10 | 1 bis 3 |
Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, Befragungen durch Zi (Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung).
Einordnung für Ärzte
Für Praxen ist die Wartezeit ein Qualitätsmerkmal und ein Wettbewerbsfaktor. Praxen mit langen Wartezeiten verlieren Patienten an schneller erreichbare Kollegen. Gleichzeitig ist die Überlastung vieler Praxen die Ursache für lange Wartezeiten, nicht mangelnde Organisation allein.
Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen sind seit 2019 verpflichtet, GKV-Patienten innerhalb von 4 Wochen einen Facharztermin zu vermitteln. In der Praxis gelingt das nicht immer.
Aktuelle Entwicklungen
Digitale Terminmanagement-Software, Online-Buchungsportale und KI-gestützte Terminoptimierung haben die durchschnittlichen Wartezeiten in Praxen, die diese Instrumente aktiv nutzen, messbar reduziert. Praxen mit Doctolib-Integration berichten von einer Reduzierung telefonischer Anfragen um 30 bis 50 %.
Quellen:
- Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung: Wartezeiten in der Arztpraxis
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Terminservicestellen
- Bundesgesundheitsministerium: Terminbuchung und Wartezeiten
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