Die Wirtschaftlichkeitsprüfung (Wipa) ist ein Instrument der Krankenkassen und KVen, um die Verordnungsweise niedergelassener Ärzte zu prüfen. Überschreiten Ärzte definierte Richtwerte beim Verordnungsvolumen, drohen Regressforderungen. Die Häufigkeit und Intensität dieser Prüfungen variiert nach KV-Bezirk.
Wirtschaftlichkeitsprüfungen nach KV-Bezirk (Richtwerte 2025/2026)
| KV-Bezirk | Geprüfte Ärzte/Jahr (ca. %) | Ø Regressbetrag bei Feststellung | Besonders geprüfte Bereiche |
|---|---|---|---|
| Bayern | ca. 5 bis 8 % | 8.000 bis 25.000 Euro | Heilmittel, Arzneimittel |
| Nordrhein | ca. 4 bis 7 % | 10.000 bis 30.000 Euro | Arzneimittel |
| Hessen | ca. 6 bis 10 % | 7.000 bis 20.000 Euro | Heilmittel |
| Berlin | ca. 3 bis 6 % | 8.000 bis 22.000 Euro | Arzneimittel, Hilfsmittel |
| Baden-Württemberg | ca. 5 bis 9 % | 9.000 bis 28.000 Euro | Heilmittel, Arzneimittel |
| Sachsen | ca. 4 bis 7 % | 6.000 bis 18.000 Euro | Arzneimittel |
Hinweis: Die Zahlen sind Richtwerte aus Branchenberichten und Kammerstatistiken. Die tatsächliche Prüfdichte ist nicht immer öffentlich detailliert ausgewiesen.
Einordnung für Ärzte
Wirtschaftlichkeitsprüfungen sind für niedergelassene Ärzte ein erhebliches Regressrisiko. Besonders in den Bereichen Heilmittel (Physiotherapie, Ergotherapie) und Arzneimittel kommt es häufig zu Überschreitungen der Richtgrößen. Eine Regressversicherung (Richtgrößen-Schutzpolice) kann dieses finanzielle Risiko abfedern.
Die Richtgröße bezeichnet den statistischen Durchschnittswert der Fachgruppe. Ärzte, die mehr als 25 % über dem Durchschnitt liegen, geraten regelmäßig ins Visier.
Aktuelle Entwicklungen
Die Reform des Verordnungsmanagements durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (2022) hat die Prüfintensität in einzelnen Bereichen erhöht. Gleichzeitig bieten viele KVen präventive Beratungen an, um Ärzte vor ungewollten Überschreitungen zu schützen.
Quellen:
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Wirtschaftlichkeitsprüfung
- Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung: Verordnungsreport
- GKV-Spitzenverband: Wirtschaftlichkeitsprüfungen
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