Dermatologen profitieren im Vergleich zu vielen anderen Fachrichtungen von einer relativ geringen körperlichen Belastung und einer langen aktiven Berufszeit. Gleichzeitig hat das wachsende Segment der ästhetischen Dermatologie das Einkommenspotenzial vieler niedergelassener Hautärzte deutlich erhöht, was neue Möglichkeiten aber auch Pflichten für die Altersvorsorge schafft.
Das Wichtigste in Kürze
- Niedergelassene Dermatologen erzielen Praxisgewinne von typischerweise 150.000 bis 350.000 Euro jährlich; ästhetisch ausgerichtete Praxen können deutlich höhere Umsätze generieren.
- Die Versorgungswerksrente deckt bei einem Einkommen über 150.000 Euro nur einen Bruchteil des gewohnten Lebensstandards ab; private Ergänzungsvorsorge ist essentiell.
- Die vergleichsweise lange Berufstätigkeit von Dermatologen ermöglicht einen längeren Ansparzeitraum, der durch frühzeitigen Start und Zinseszinseffekt maximal genutzt werden sollte.
Altersvorsorge speziell für Dermatologen
Dermatologen in der Niederlassung haben den Vorteil, ihre Praxis bis ins hohe Alter betreiben zu können, da die körperliche Belastung gering ist. Dies kann jedoch dazu verleiten, die Altersvorsorge zu lange aufzuschieben. Wer mit 35 Jahren beginnt, 2.000 Euro monatlich fondsgebunden anzusparen, erzielt bei einer durchschnittlichen Rendite von 6 Prozent bis zum 67. Lebensjahr ein Kapital von über 2 Millionen Euro. Wer erst mit 50 beginnt, erreicht unter denselben Bedingungen weniger als 600.000 Euro.
Das ästhetische Segment der Dermatologie bringt besondere steuerliche Fragen mit sich: IGeL-Einnahmen und Privatleistungen aus Botox-Behandlungen oder Laserverfahren unterliegen der vollen Einkommensteuer. Eine steueroptimierte Vorsorgestrategie mit maximalem Rürup-Abzug und Gehaltsumwandlungsmodellen ist daher besonders lohnend. Versorgungswerks-Mehrleistungen können je nach Kammer ebenfalls steuerlich geltend gemacht werden.
Worauf Dermatologen besonders achten sollten
Dermatologen sollten die Möglichkeit nutzen, über freiwillige Mehrzahlungen beim Versorgungswerk die spätere Rente aufzustocken, besonders in einkommensstarken Jahren mit ästhetischem Schwerpunkt. Ärzteversichert empfiehlt zudem, den Praxiswert regelmäßig bewerten zu lassen und in die Vorsorgeplanung einzubeziehen. Da ästhetisch orientierte Praxen stark von der Persönlichkeit des Praxisinhabers abhängen, ist der Verkaufserlös oft geringer als erwartet; dies sollte in der Gesamtrechnung berücksichtigt werden.
Typische Fehler bei Dermatologen
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, lange arbeiten zu können und die Vorsorge deshalb aufzuschieben. Ein weiterer Fehler betrifft den Aufbau von Immobilienvermögen als alleinige Altersvorsorge ohne ausreichende liquide Rentenansprüche. Schließlich unterschätzen viele Dermatologen die Kosten der privaten Krankenversicherung im Rentenalter: Wer mit 67 Jahren in Rente geht und bis dahin PKV-versichert war, zahlt monatlich 800 bis über 1.200 Euro an PKV-Beiträgen.
Fazit
Dermatologen haben durch ihre lange aktive Berufszeit und das wachsende Einkommenspotenzial im ästhetischen Bereich ausgezeichnete Voraussetzungen für eine solide Altersvorsorge, die frühzeitig und strukturiert aufgebaut werden sollte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV)
- Bundesministerium der Finanzen – Steuerliche Förderung der Altersvorsorge
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Praxismanagement
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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