Onkologen begleiten Patienten durch lebensbedrohliche Erkrankungen, was eine außergewöhnlich hohe psychische Belastung mit sich bringt. Gleichzeitig wächst das Fachgebiet aufgrund der zunehmenden Krebsinzidenz und immer komplexerer Therapiemöglichkeiten stark. Diese Kombination aus hoher Nachfrage und emotionaler Belastung prägt sowohl das Einkommenspotenzial als auch das Burnout-Risiko von Onkologen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Niedergelassene Onkologen erzielen Praxisgewinne von typischerweise 150.000 bis 300.000 Euro jährlich; onkologische Schwerpunktpraxen mit Chemotherapie-Infrastruktur können deutlich mehr erwirtschaften.
  • Das hohe Burnout-Risiko in der Onkologie erhöht die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Berufsausstiegs; die Altersvorsorge sollte einen solchen Ausstieg ab 58 bis 60 Jahren finanziell ermöglichen.
  • Die Versorgungslücke zwischen Versorgungswerksrente und gewohntem Einkommen ist bei Onkologen mit hohem Praxisgewinn besonders groß; private Ergänzungsvorsorge ist unerlässlich.

Altersvorsorge speziell für Onkologen

Onkologische Schwerpunktpraxen, die Chemotherapien ambulant durchführen, erlösen hohe Umsätze durch die Abrechnung teurer Zytostatika, erzielen aber per Saldo moderate Gewinne von 150.000 bis 250.000 Euro, da die Substanzkosten die Einnahmen erheblich schmälern. Für diese Praxisinhaber ist die steueroptimierte Altersvorsorge besonders wichtig, da der effektive Steuersatz auf den Gewinnanteil oft bei 42 bis 45 Prozent liegt. Der Rürup-Vertrag mit vollem Ausschöpfen des 27.566-Euro-Abzugs spart jährlich bis zu 12.405 Euro Steuern.

Klinisch tätige Onkologen, die als Chefärzte oder Leitende Oberärzte arbeiten, profitieren von der betrieblichen Altersvorsorge über den Arbeitgeber. Eine Pensionszusage kann bei einem Chefarztgehalt von 180.000 Euro jährlich eine erhebliche steuerfreie Zusatzversorgung darstellen. Die Kombination aus Versorgungswerk-Pflichtbeitrag, betrieblicher Altersvorsorge und einer privaten fondsgebundenen Rentenversicherung ist für Onkologen die empfohlene Drei-Säulen-Strategie.

Worauf Onkologen besonders achten sollten

Onkologen sollten die emotionale Belastung ihrer Arbeit als Risikoparameter in die Vorsorgeplanung aufnehmen. Ärzteversichert empfiehlt, einen Vorsorgeplan zu erstellen, der auch das Szenario eines Wechsels in beratende oder akademische Tätigkeit ab 55 Jahren finanziert. Eine BU-Versicherung mit Klausel zur psychischen Erkrankung ist für Onkologen besonders wichtig, da Burnout und Depression als häufige Berufsunfähigkeitsursachen gelten.

Typische Fehler bei Onkologen

Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung der eigenen Burnout-Wahrscheinlichkeit als Finanzrisiko. Onkologen, die ausschließlich auf das Versorgungswerk vertrauen und keine private Altersvorsorge aufbauen, haben im Falle eines frühzeitigen Berufsausstiegs keine ausreichende finanzielle Grundlage. Ein weiterer Fehler betrifft die Vernachlässigung des Rürup-Abzugs in Jahren mit hohem Praxisgewinn. Schließlich wird die PKV-Beitragsbelastung im Rentenalter von bis zu 1.200 Euro monatlich häufig nicht in die Vorsorgerechnung einbezogen.

Fazit

Onkologen benötigen eine Altersvorsorgestrategie, die sowohl die Versorgungslücke schließt als auch den typisch frühen Berufsausstieg durch emotionale Erschöpfung finanziell absichert. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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