Orthopäden und Unfallchirurgen in der Niederlassung gehören zu den einkommensstarken Fachgruppen, wenn sie operative Schwerpunkte wie arthroskopische Eingriffe oder Endoprothetik anbieten. Gleichzeitig ist die körperliche Belastung durch stundenlange Operationen in unergonomischen Positionen erheblich, was das Risiko einer frühzeitigen Berufsunfähigkeit erhöht und besondere Anforderungen an die Altersvorsorge stellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Niedergelassene Orthopäden mit operativem Schwerpunkt erzielen Praxisgewinne von 180.000 bis 400.000 Euro jährlich; konservativ tätige Orthopäden liegen bei 120.000 bis 200.000 Euro.
  • Die operative Tätigkeit belastet insbesondere den Rücken und die Gelenke; viele Orthopäden scheiden vor dem 65. Lebensjahr aus dem operativen Beruf aus.
  • Orthopäden mit hohem Einkommen müssen die Versorgungslücke zwischen Versorgungswerksrente und gewohntem Einkommensniveau durch private Instrumente schließen.

Altersvorsorge speziell für Orthopäden

Operativ tätige Orthopäden erzielen durch ambulante Operationen, Arthroskopien und Endoprothesenimplantationen überdurchschnittliche Einnahmen. Bei einem Praxisgewinn von 300.000 Euro und einem Steuersatz von 44 Prozent spart der vollständige Rürup-Abzug (27.566 Euro) jährlich rund 12.129 Euro Steuern. Diese Steuerersparnis macht den Rürup-Vertrag zur ersten Wahl für Orthopäden mit hohem Einkommen als Vorsorgebaustein.

Die körperliche Belastung durch operative Orthopädie führt statistisch dazu, dass viele Orthopäden ihre operative Tätigkeit zwischen 55 und 62 Jahren einstellen, auch wenn sie weiterhin konservativ tätig bleiben können. Für die Altersvorsorge bedeutet das: Das angestrebte Rentenkapital sollte bereits ab 60 Jahren eine weitgehende Versorgung sicherstellen. Wer mit 35 Jahren beginnt und monatlich 2.500 Euro bei 6 Prozent Rendite anlegt, erreicht bis 60 ein Kapital von rund 2,05 Millionen Euro.

Worauf Orthopäden besonders achten sollten

Orthopäden sollten die Altersvorsorge explizit auf einen möglichen Wechsel zur konservativen Praxis ab 55 Jahren ausrichten. Ärzteversichert empfiehlt, neben dem Versorgungswerk eine fondsgebundene Rentenversicherung mit flexiblem Rentenbeginne aufzubauen und dabei eine BU-Versicherung einzuschließen, die auch bei Aufgabe des operativen Anteils greift. Die Nachversicherungsgarantie beim BU-Vertrag ist für Orthopäden nach Praxisübernahme besonders wichtig.

Typische Fehler bei Orthopäden

Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung der körperlichen Belastung als Risikofaktor für die Berufstätigkeit. Viele Orthopäden planen bis 67 und stellen fest, dass operative Tätigkeit spätestens mit 60 aufgegeben werden muss, ohne ausreichendes Vorsorgekapital aufgebaut zu haben. Ein weiterer Fehler ist die fehlende Differenzierung zwischen Praxiskapital und persönlichem Vorsorgekapital: Hohe Praxisumsätze und Geräteinvestitionen dürfen die persönliche Altersvorsorge nicht verdrängen.

Fazit

Orthopäden brauchen eine Altersvorsorgestrategie, die die körperliche Begrenzung der operativen Berufszeit einkalkuliert und frühzeitig ausreichendes Kapital für einen flexiblen Ruhestand aufbaut. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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