Pädiater sind für viele junge Ärzte eine Berufung, nicht nur ein Berufsweg. Die Freude an der Arbeit mit Kindern und Familien ist hoch; das finanzielle Niveau in der Weiterbildung hingegen ist es vergleichsweise nicht. Kinderärzte in der Weiterbildung gehören zu den schlechter bezahlten Weiterbildungsärzten, was eine besonders disziplinierte Finanzplanung erfordert.
Das Wichtigste in Kürze
- Pädiatrische Weiterbildungsärzte verdienen 4.200 bis 5.800 Euro brutto monatlich; Notfall- und Wochenenddienste erhöhen das Gehalt, sind aber belastend.
- Das spätere Einkommensniveau als niedergelassener Kinderarzt liegt unter dem Fachärztedurchschnitt; die Altersvorsorge sollte trotzdem früh und konsequent begonnen werden.
- Die emotionale Belastung durch schwerkranke Kinder und belastende Situationen erhöht das Burnout-Risiko; BU-Absicherung mit psychischer Erkrankungsklausel ist wichtig.
Assistenzarzt-Finanzen speziell für Kinderärzte
Pädiatrische Weiterbildungsärzte haben im Vergleich zu Chirurgen oder Anästhesisten geringere Gehälter durch weniger lukrative Dienste. Das Nettoeinkommen liegt in den ersten Weiterbildungsjahren bei rund 2.700 bis 3.300 Euro monatlich. Eine Sparquote von 10 bis 15 Prozent ergibt 270 bis 495 Euro monatlich für Altersvorsorge und BU. Das ist weniger als in anderen Fächern, aber der Zinseszinseffekt macht auch kleine Beträge über viele Jahre wertvoll: 300 Euro monatlich über 35 Jahre bei 6 Prozent Rendite ergeben rund 430.000 Euro.
Der frühe Beginn der Altersvorsorge ist für Kinderärzte deshalb so wichtig, weil die späteren Einkommenssteigerungen als niedergelassener Kinderarzt geringer ausfallen als in technisch ausgerichteten Fächern. Wer mit 27 Jahren beginnt und diszipliniert spart, kann die geringere Sparquote durch den langen Ansparzeitraum kompensieren.
Worauf Kinderärzte in der Assistenzarztzeit besonders achten sollten
Pädiater sollten trotz des niedrigen Weiterbildungsgehalts eine BU-Versicherung abschließen, die die pädiatrische Tätigkeit präzise beschreibt. Ärzteversichert empfiehlt, einen Tarif mit Nachversicherungsgarantie zu wählen und die BU-Rente nach der Facharztanerkennung auf mindestens 2.500 bis 3.000 Euro monatlich zu erhöhen. Die betriebliche Altersvorsorge über den Klinikträger sollte vollständig genutzt werden; dies senkt die Nettolohnsteuer und erhöht die Vorsorgezahlungen.
Typische Fehler in der Assistenzarztzeit
Ein häufiger Fehler ist die Vernachlässigung der Altersvorsorge mit dem Argument, das Gehalt sei zu gering. Tatsächlich ist die frühe Phase die wichtigste für den Zinseszinseffekt. Ein weiterer Fehler betrifft die fehlende BU-Absicherung für psychische Erkrankungen; Burnout und emotionale Erschöpfung sind in der Pädiatrie häufige Berufsunfähigkeitsursachen. Schließlich versäumen viele pädiatrische Assistenzärzte, die steuerlichen Möglichkeiten der Werbungskostenoptimierung für Fortbildungen und Fachliteratur zu nutzen.
Fazit
Pädiatrische Assistenzärzte sollten die vergleichsweise niedrigen Gehälter der Weiterbildungszeit durch frühen Beginn und Konsequenz kompensieren; jeder gesparte Euro zählt mehr, je früher er angelegt wird. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Weiterbildungsordnung Pädiatrie
- GDV – Berufsunfähigkeit und Absicherung
- Bundesministerium der Finanzen – Einkommensteuer und Werbungskosten
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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