Die orthopädisch-unfallchirurgische Weiterbildung dauert sechs Jahre und ist eine der körperlich belastendsten im deutschen Ärztesystem. Stundenlange Operationen, schwere Instrumente und unergonomische Haltungen prägen den Berufsalltag von Beginn an. Diese Belastungen erhöhen das BU-Risiko erheblich und machen die frühzeitige Absicherung zu einer absoluten Priorität für angehende Orthopäden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Orthopädische Weiterbildungsärzte verdienen durch intensive operative Dienste 5.500 bis 7.500 Euro brutto monatlich.
  • Die körperliche Belastung durch Operationen erhöht das BU-Risiko bereits in der Weiterbildungszeit; BU-Schutz mit operativer Klausel ist unbedingt erforderlich.
  • Die spätere Niederlassung als Orthopäde mit operativem Schwerpunkt erfordert erhebliche Investitionen in OP-Ausstattung und Praxisräume; die Weiterbildungszeit bietet Zeit für den Kapitalaufbau.

Assistenzarzt-Finanzen speziell für Orthopäden

Orthopädische Weiterbildungsärzte gehören durch ihre operativen Dienste zu den bestbezahlten Assistenzärzten. Im dritten und vierten Weiterbildungsjahr erreichen viele Bruttogehälter von 7.000 bis 7.500 Euro monatlich. Netto verbleiben etwa 4.200 bis 4.500 Euro. Bei einer Sparquote von 20 Prozent (840 bis 900 Euro monatlich) über sechs Weiterbildungsjahre und bei 6 Prozent Rendite ergibt das ein Startkapital von rund 70.000 bis 76.000 Euro.

Wer eine operative orthopädische Praxis mit ambulantem OP eröffnen möchte, braucht Eigenkapital von 150.000 bis 300.000 Euro für OP-Ausstattung, Instrumentarium und Praxisräume. Die Weiterbildungszeit ist die wichtigste Phase für den Aufbau dieses Kapitals. Wer konsequent spart, kann einen erheblichen Teil eigenfinanzieren und minimiert damit die Zinsbelastung durch Bankdarlehen nach der Niederlassung.

Worauf Orthopäden in der Assistenzarztzeit besonders achten sollten

Angehende Orthopäden sollten die BU-Versicherung so früh wie möglich abschließen und dabei explizit die operative Tätigkeit benennen. Ärzteversichert empfiehlt einen Tarif ohne abstrakte Verweisung, der die operative orthopädische Tätigkeit präzise beschreibt. Die Nachversicherungsgarantie sollte nach der Facharztanerkennung unbedingt genutzt werden, um die BU-Rente auf das Niveau des gestiegenen Einkommens anzupassen.

Typische Fehler in der Assistenzarztzeit

Ein häufiger Fehler ist der Abschluss einer BU-Versicherung ohne explizite operative Klausel, was im Leistungsfall dazu führen kann, dass der Versicherer auf eine konservative orthopädische Tätigkeit verweist. Ein weiterer Fehler betrifft die fehlende Kapitalbildung trotz überdurchschnittlichem Gehalt; viele orthopädische Assistenzärzte konsumieren das hohe Dienstgehalt, statt es für die Praxisgründung anzusparen. Schließlich wird die Möglichkeit, Kongresskosten und Fortbildungen als Werbungskosten abzusetzen, nicht immer ausgeschöpft.

Fazit

Orthopädische Weiterbildungsärzte haben durch ihre intensiven Dienste eines der höchsten Gehälter unter Assistenzärzten und sollten diesen Vorteil durch frühe BU-Absicherung und konsequentes Sparen für die Praxisgründung optimal nutzen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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