Palliativmedizin ist in Deutschland eine Zusatzweiterbildung, die auf einem Facharzt aufbaut. Wer sich für die Palliativmedizin entscheidet, tut dies oft aus einer tiefen Berufung heraus, nicht aus finanziellen Motiven. Die psychische Belastung ist von Beginn an hoch; wer frühzeitig entsprechende finanzielle Vorsorge trifft, kann sich besser auf die eigentliche Arbeit konzentrieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Palliativmediziner erwerben die Zusatzbezeichnung nach einer bereits abgeschlossenen Facharztausbildung; die Gehaltssituation hängt primär vom Grundfachgebiet ab.
  • Die psychische Belastung durch die tägliche Arbeit mit sterbenden Patienten ist extrem hoch; BU-Absicherung mit vollständigem Einschluss psychischer Erkrankungen ist besonders wichtig.
  • Palliativmedizinische Tätigkeiten sind überwiegend angestellt; die Altersvorsorge ist auf private Instrumente und das Versorgungswerk beschränkt.

Assistenzarzt-Finanzen speziell für Palliativmediziner

Ärzte, die die Zusatzweiterbildung Palliativmedizin anstreben, befinden sich bereits in einer Facharztweiterbildung oder haben diese abgeschlossen. Die spezifische Finanzberatung für Palliativmediziner muss daher das Grundfachgebiet berücksichtigen. Gemeinsam ist allen Palliativmediziners: Die Entscheidung für dieses Fach bedeutet in der Regel, ein geringeres Einkommenspotenzial in Kauf zu nehmen, als es in technisch ausgerichteten Fächern möglich wäre.

Bei einem Jahresgehalt von 80.000 Euro brutto in einer palliativmedizinischen Stelle und einem Nettoeinkommen von etwa 4.200 Euro monatlich sollten mindestens 500 bis 600 Euro monatlich für Altersvorsorge und BU-Schutz reserviert werden. Diese Beträge erscheinen hoch, sind aber angesichts der Versorgungslücke und des erhöhten Burnout-Risikos notwendig.

Worauf Palliativmediziner in der Assistenzarztzeit besonders achten sollten

Angehende Palliativmediziner sollten die BU-Versicherung bereits während der Grundfacharztweiterbildung abschließen und dabei die psychische Erkrankungsklausel priorisieren. Ärzteversichert empfiehlt, einen Tarif ohne Leistungsausschlüsse für psychische Erkrankungen zu wählen, da Burnout und Depression in der Palliativmedizin besonders häufig sind. Die Altersvorsorge sollte frühzeitig und kontinuierlich aufgebaut werden.

Typische Fehler in der Assistenzarztzeit

Ein häufiger Fehler ist die Vernachlässigung der Altersvorsorge mit dem Argument, man arbeite in der Palliativmedizin aus Berufung und nicht für Geld. Tatsächlich ist eine solide Altersvorsorge die Voraussetzung dafür, diesen anspruchsvollen Beruf langfristig ausüben zu können. Ein weiterer Fehler betrifft die fehlende BU-Absicherung für psychische Erkrankungen; viele Palliativmediziner unterschätzen das eigene Burnout-Risiko. Schließlich wird die betriebliche Altersvorsorge über den Klinikträger nicht immer vollständig ausgeschöpft.

Fazit

Palliativmediziner müssen trotz oder gerade wegen ihrer altruistischen Berufsmotivation frühzeitig für Altersvorsorge und BU-Schutz sorgen, um langfristig in ihrem anspruchsvollen Beruf tätig sein zu können. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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