Onkologische Praxen behandeln Patienten, die durch Erkrankung und Therapie oft erheblich geschwächt sind: Chemotherapie-induzierte Neuropathien schränken die Feinmotorik und den Gang ein; Knochenmetastasen erhöhen das Frakturrisiko bei Stürzen. Diese Patienten benötigen eine barrierefreie Praxis, die auch auf ihre besondere Verletzlichkeit eingeht.
Das Wichtigste in Kürze
- Chemo-Patienten sind sturzgefährdet durch Neuropathien und Fatigue; Sturzprävention ist ein klinisches Thema
- Infusionsräume für mehrstündige Chemotherapien müssen komfortabel, barrierefrei und mit Rufanlage ausgestattet sein
- Immunkompromittierte Patienten benötigen separat zugängliche Wartebereiche ohne Infektionskontakt
Barrierefreiheit speziell für Onkologen
Onkologische Praxen haben mehrstündige Infusionstherapien als Kernleistung; der Infusionsraum ist deshalb das wichtigste Raumkonzept. Infusionsstühle müssen verstellbar und für Rollstuhlfahrer seitlich zugänglich sein; daneben braucht jeder Patient eine Rufanlage, da bei Komplikationen sofortige Hilfe erforderlich ist. Die Toilette muss barrierefrei und in kurzer Distanz zum Infusionsraum liegen; Krebspatienten unter Infusionstherapie haben oft erhöhten Toilettenbedarf.
Für stark immunsupprimierte Patienten (z.B. nach Stammzelltransplantation in der Nachsorge) sollte ein separater Wartebereich oder zumindest eine zeitlich getrennte Termingestaltung möglich sein; ein baulich abgetrennter, leicht zu reinigender Wartebereich ist optimal.
Worauf Onkologen besonders achten sollten
Böden sollten rutschhemmend und leicht zu desinfizieren sein; glatte Böden sind einerseits hygienisch besser, erhöhen aber das Sturzrisiko für neuropathiepatienten erheblich. Der Wartebereich braucht Stühle mit hoher Sitzhöhe und Armlehnen, da Fatigue-Patienten sich kaum aus tiefen Stühlen erheben können. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Betriebshaftpflicht explizit Sturzschäden und Komplikationen während der Infusionstherapie zu versichern.
Typische Fehler bei Onkologen
Ein häufiger Fehler ist die fehlende Rufanlage im Infusionsraum; Patienten, die unter einer mehrstündigen Therapie Beschwerden entwickeln, können nicht sofort Hilfe rufen. Ein zweiter Fehler sind zu wenige barrierefreie Toiletten in Nähe des Infusionsbereichs. Dritter Fehler: Keine Liege-Möglichkeit für Patienten, die während der Infusion aufgrund von Übelkeit oder Erschöpfung nicht sitzen können.
Fazit
In onkologischen Praxen ist Barrierefreiheit untrennbar mit Patientensicherheit verbunden; die Vulnerabilität der Patientengruppe erfordert ein besonders durchdachtes Praxiskonzept. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung
- Bundesministerium für Gesundheit
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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