Kardiologische Erkrankungen sind oft lebensbedrohlich; entsprechend hoch ist die emotionale Beteiligung von Patienten und Angehörigen, wenn sie das Gefühl haben, nicht ausreichend versorgt worden zu sein. Beschwerden in der Kardiologie beziehen sich häufig auf verzögerte Diagnosen (z.B. übersehener Herzinfarkt), mangelnde Aufklärung vor Herzkathetheruntersuchungen und die Qualität der Langzeitbetreuung nach koronaren Ereignissen.
Das Wichtigste in Kürze
- Kardiologen erhalten schwerwiegende Beschwerden, wenn ein Herzinfarkt oder eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung nicht zeitgerecht erkannt wird; lückenlose EKG-Dokumentation ist die wichtigste Schutzmaßnahme.
- Nach Herzkathetheruntersuchungen und Ablationen sollten strukturierte Nachsorgegespräche stattfinden, die das Ergebnis verständlich kommunizieren.
- Beschwerden über Medikamentennebenwirkungen (z.B. Statinmyopathie, Bradykardie durch Betablocker) sind häufig und erfordern systematische Aufklärungsroutinen.
Beschwerdemanagement speziell für Kardiologen
Bei kardiologischen Beschwerden über Fehldiagnosen ist die Dokumentation der Vitalwerte und EKG-Befunde zum Zeitpunkt der ersten Untersuchung entscheidend. Kardiologen sollten sicherstellen, dass alle EKG-Aufnahmen digital archiviert und bei der Befundung mit einem Zeitstempel versehen werden. Wenn ein Patient mit atypischen Brustschmerzen entlassen wird und danach einen Herzinfarkt erleidet, ist die Dokumentation der damaligen Untersuchungsergebnisse die zentrale Verteidigungsgrundlage.
Nach interventionellen Eingriffen sollten Kardiologen strukturierte Entlassungsgespräche führen, in denen das Ergebnis (z.B. Anzahl und Art der gestenteten Gefäße), die Medikation und die Nachsorgepläne verständlich kommuniziert werden. Ärzteversichert berät Kardiologen zu Beschwerdemanagementsystemen, die auch das Risk-Management in Herzkatheterlabors abdecken, und klärt, wann der Berufshaftpflichtversicherer einbezogen werden sollte.
Worauf Kardiologen besonders achten sollten
Kardiologen sollten strukturierte Nachsorgeprogramme für Patienten nach Myokardinfarkt und nach Herzkathetheruntersuchungen einführen, die Kontrolltermine, Laborkontrollen und Medikamentenchecks umfassen. Patienten, die ihre Medikamente absetzen, sollten aktiv kontaktiert werden.
Typische Fehler bei Kardiologen
Ein häufiger Fehler ist das Unterlassen eines proaktiven Gesprächs nach einer Herzkathetheruntersuchung mit unerwartetem Befund; Patienten, die ohne Erklärung entlassen werden, beschweren sich häufiger. Ein zweiter Fehler liegt darin, Medikamentennebenwirkungen von Patienten zu bagatellisieren, statt sie zu dokumentieren und zu handeln. Drittens archivieren Kardiologen EKGs manchmal unvollständig, was im Haftungsfall nachteilig ist.
Fazit
Kardiologen schützen sich durch lückenlose EKG-Dokumentation, strukturierte Entlassungsgespräche und aktives Nachsorgemanagement vor den häufigsten Beschwerdeanlässen in einem der haftungsintensivsten Fachgebiete. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Qualitätsmanagement in der Arztpraxis
- GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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