Kardiologische Praxen und kardiologische Schwerpunktzentren gehören zu den technisch und umsatzmäßig bedeutendsten Facharztpraxen: Echokardiographie-Geräte, Belastungs-EKG-Einheiten, Langzeit-EKG- und Langzeit-Blutdrucksysteme sowie Herzkatheterlabore in kardiologischen Schwerpunktzentren stellen Investitionen von 300.000 bis über 2 Millionen EUR dar. Ein Sachschaden in dieser Umgebung kann die Praxis für Wochen oder Monate stilllegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Kardiologische Praxen mit Herzkatheterlabor sind auf ein hochspezifisches technisches Umfeld angewiesen, das nach Sachschäden nur mit langen Vorlaufzeiten wiederhergestellt werden kann.
- Herzkranke Patienten (Herzinsuffizienz, KHK, Vorhofflimmern) tolerieren keinen langen Praxisausfall; Mehrkosten für die Patientenüberleitung und Notfallversorgung müssen einkalkuliert sein.
- Die Betriebsunterbrechungsversicherung für Kardiologen muss die außergewöhnlich hohe Gerätedichte und die langen Wiederbeschaffungszeiten abbilden.
Betriebsunterbrechung speziell für Kardiologen
Kardiologische Schwerpunktpraxen erzielen Jahresumsätze von 700.000 bis über 3 Millionen EUR. Bei einem Sachschaden, der das Herzkatheterlabor oder den Echokardiographie-Bereich für 8 Wochen lahmlegt, entstehen Ertragsausfälle von 100.000 bis 500.000 EUR. Gleichzeitig laufen Personalkosten für hochqualifiziertes kardiologisches Assistenzpersonal weiter, das bei zu langer Ausfallphase abwandert.
Die Haftzeit der Betriebsunterbrechungsversicherung sollte für Kardiologen mindestens 24 Monate betragen, da insbesondere Herzkatheterlabore nach Bränden oder Wasserschäden einer aufwändigen baulichen und technischen Wiedererstellung bedürfen. Die Versicherungssumme muss regelmäßig an das Umsatzwachstum angepasst werden, da kardiologische Praxen häufig stark wachsende Patientenzahlen verzeichnen.
Worauf Kardiologen besonders achten sollten
Kardiologen sollten neben der Betriebsunterbrechungsversicherung eine dedizierte Elektronikversicherung für alle medizinisch-technischen Geräte abschließen. Ärzteversichert prüft für kardiologische Praxen, ob die Deckungssumme der Betriebsunterbrechungsversicherung dem tatsächlichen Jahresertrag entspricht und ob Ausfallzeiten für technische Behördenzulassungen in der Haftzeit enthalten sind. Bei Herzkatheterlaboren wird nach größeren Umbauten eine neue Betriebserlaubnis benötigt, was den Wiederanlauf um Wochen verzögern kann.
Typische Fehler bei Kardiologen
Kardiologen in Schwerpunktzentren mit mehreren Gesellschaftern unterschätzen, dass die Gesamtversicherungssumme auf alle Gesellschafter aufzuteilen ist und die individuelle Deckung pro Arzt geringer ausfällt als erwartet. Ein weiterer Fehler ist die fehlende Absicherung für IT-Ausfälle: Moderne kardiologische Dokumentationssysteme und PACS-Systeme sind kritische Infrastruktur, deren Ausfall durch Cyber-Angriffe heute ebenso wahrscheinlich ist wie ein klassischer Wasserschaden.
Fazit
Kardiologische Praxen mit hohem Gerätewert und einer Patientenstruktur, die kontinuierliche Versorgung erfordert, benötigen eine maßgeschneiderte Betriebsunterbrechungsversicherung mit langer Haftzeit und hoher Deckungssumme. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Praxisbetrieb
- Bundesministerium für Gesundheit
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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