Palliativmediziner sind überwiegend in stationären Hospizen, Palliativstationen oder ambulanten SAPV-Teams tätig; eine eigenständige Praxis mit klassischem Betriebsunterbrechungsrisiko ist selten. Dennoch gibt es eine wachsende Anzahl von Palliativmedizinern, die in freiberuflichen SAPV-Strukturen oder kleinen Palliativzentren tätig sind und dort betriebliche Risiken tragen, die eine Absicherung erfordern.

Das Wichtigste in Kürze

  • SAPV-Teams mit eigener organisatorischer Struktur (GmbH, GbR) tragen bei einem Betriebsausfall die vollen Personalkosten für Palliativpflege und Ärzte weiter.
  • Palliativpatienten befinden sich häufig in den letzten Lebenswochen; eine Unterbrechung der Versorgung hat unmittelbare humanitäre und haftungsrechtliche Konsequenzen.
  • Mobile Palliativversorgung nutzt hochwertige Medikamentenkits und Schmerzpumpen, die bei einem Sachschaden oder Diebstahl sofort ersetzt werden müssen.

Betriebsunterbrechung speziell für Palliativmediziner

SAPV-Teams (Spezialisierte Ambulante PalliativVersorgung) betreiben häufig eine Kombination aus Koordinationsstelle, Fahrzeugflotte und Medikamentenlager für die kontinuierliche Versorgung von schwerkranken Patienten zu Hause. Bei einem Sachschaden an der Koordinationsstelle (z.B. Wasserschaden im Büro) oder einem Diebstahl der Medikamentenkits aus Fahrzeugen entstehen sofortige Betriebsunterbrechungsschäden, die die Patientenversorgung gefährden.

Die Kosten für den sofortigen Ersatz von Schmerzpumpen, Medikamentenkits und Koordinationssoftware sowie die Mehrkosten für die Umlenkung der Patientenversorgung auf andere Träger müssen in der Betriebsunterbrechungsversicherung enthalten sein. Monatliche Betriebskosten eines SAPV-Teams von 50.000 bis 150.000 EUR müssen bei einem mehrtägigen Ausfall gedeckt sein.

Worauf Palliativmediziner besonders achten sollten

Palliativmediziner in SAPV-Strukturen sollten neben der Betriebsunterbrechungsversicherung eine Fahrzeugversicherung mit erweiterter Inhaltsdeckung (für Medikamentenkits) und eine IT-Versicherung für Koordinationssoftware abschließen. Ärzteversichert prüft für SAPV-Teams und Palliativzentren, ob alle betrieblichen Risiken koordiniert versichert sind und ob Kosten für die Notüberleitung von Palliativpatienten an andere Träger eingeschlossen sind.

Typische Fehler bei Palliativmedizinern

Palliativmediziner in SAPV-Teams unterschätzen das Risiko des Diebstahls von Schmerzpumpen und Betäubungsmittelkits aus Fahrzeugen; diese Spezialausstattung muss explizit versichert sein. Ein zweiter Fehler ist die fehlende Absicherung für den Ausfall der Koordinationssoftware, die für die Pflege- und Arztplanung unverzichtbar ist. Drittens vernachlässigen Palliativmediziner in Hospizen die Prüfung, ob die Hospiz-Betreiberhaftpflicht auch eigene Arzthaftungsrisiken abdeckt.

Fazit

Palliativmediziner in selbstständigen SAPV-Strukturen benötigen eine auf die spezifischen Risiken der mobilen Palliativversorgung zugeschnittene Betriebsunterbrechungsversicherung, die Fahrzeugausstattung, Koordinationsinfrastruktur und Patientenüberleitung einschließt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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