Für kardiologische Schwerpunktpraxen mit Herzkatheterlabor ist die Betriebsunterbrechungsversicherung (BUV) ein besonders kritisches Absicherungsinstrument: Bei Jahresumsätzen von mehreren Millionen Euro und Gerätewerten von über 2 Millionen EUR kann ein Sachschaden ohne ausreichende BUV die wirtschaftliche Existenz des Zentrums dauerhaft gefährden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kardiologische Schwerpunktpraxen mit Herzkatheterlabor benötigen BUV-Versicherungssummen von 1 bis 3 Millionen EUR; Standard-Policen decken diese Größenordnungen oft nicht ab.
  • Die Haftzeit muss für Kardiologen 24 bis 36 Monate betragen; Herzkatheterlabore benötigen nach einem Brandschaden typischerweise 18 bis 24 Monate für die vollständige Wiederherstellung.
  • Kardiologische Praxen sind auf zuweisende Hausärzte und Internisten angewiesen; ein längerer Betriebsausfall führt zur dauerhaften Umorientierung dieser Zuweiser.

Betriebsunterbrechungsversicherung speziell für Kardiologen

Ein kardiologisches Schwerpunktzentrum mit 4 Kardiologen, Herzkatheterlabor und Echokardiographieeinheit erzielt Jahresumsätze von 2 bis 4 Millionen EUR. Die BUV-Versicherungssumme sollte den Jahresdeckungsbeitrag (typischerweise 50 bis 60 % des Umsatzes) plus Fixkosten abdecken; das entspricht 1 bis 2,5 Millionen EUR. Die jährliche Prämie liegt bei 0,2 bis 0,4 % der Versicherungssumme.

Nach einem Brand im Herzkatheterlabor dauert der vollständige Wiederaufbau (Bauphase, technische Installation, behördliche Genehmigung, Personalschulung) im Schnitt 18 bis 24 Monate. Ohne eine Haftzeit von mindestens 24 Monaten läuft die BUV aus, bevor die Praxis wieder vollständig betriebsfähig ist.

Worauf Kardiologen besonders achten sollten

Kardiologen mit Herzkatheterlabor sollten die BUV von einem spezialisierten Versicherungsmakler konzipieren lassen, der die medizinspezifischen Wiederherstellungszeiten kennt. Ärzteversichert erstellt für kardiologische Zentren eine individuelle Risikoanalyse, die die Gerätestruktur, den Umsatzmix und die behördlichen Genehmigungsverfahren berücksichtigt, und leitet daraus die optimale BUV-Konfiguration ab.

Typische Fehler bei Kardiologen

Kardiologen schließen BUV-Policen mit Standardhaftzeiten von 12 Monaten ab, ohne zu berücksichtigen, dass die Wiederherstellung ihres spezialisierten Labors deutlich länger dauert. Ein zweiter Fehler ist die fehlende Dynamisierung der Versicherungssumme; bei stark wachsenden Patientenzahlen kann eine 3 Jahre alte Versicherungssumme erheblich unter dem aktuellen Jahresumsatz liegen. Drittens vernachlässigen Kardiologen die Cyber-Risiken für PACS-Systeme und Herzkatheterlabor-Software.

Fazit

Die Betriebsunterbrechungsversicherung für kardiologische Schwerpunktpraxen mit Herzkatheterlabor ist ein hoch individuelles Produkt, das auf die spezifische Praxisstruktur, Umsatzhöhe und Geräteausstattung zugeschnitten sein muss. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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