Für klinisch angestellte Notfallmediziner ist die Betriebsunterbrechungsversicherung (BUV) kein individuell relevantes Thema. Für selbstständig tätige Notfallmediziner in Bereitschaftspraxen, privatärztlichen Notfallambulanzen oder als Betreiber von Notarzt-GmbH-Strukturen ist die BUV jedoch ein unverzichtbarer Schutz, der den Fortbestand des Unternehmens bei unvorhergesehenen Schadensereignissen sichert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Notfallmediziner als Betreiber privatärztlicher Bereitschaftspraxen benötigen eine BUV, die den Ertragsausfall bei Sachschäden oder technischen Ausfällen abdeckt.
  • Für Notarzt-GmbH-Strukturen mit mehreren Fahrzeugen und angestelltem Personal sind BUV-Versicherungssummen von 200.000 bis 800.000 EUR typisch.
  • Die BUV für mobile Notfallmediziner muss auf die Fahrzeugflotte und das medizinische Equipment erweitert werden.

Betriebsunterbrechungsversicherung speziell für Notfallmediziner

Eine privatärztliche Bereitschaftspraxis am Flughafen oder in einer touristischen Destination erzielt Jahresumsätze von 400.000 bis 1 Million EUR. Fällt der Betrieb durch einen Sachschaden für 8 Wochen aus, entstehen Ertragsausfälle von 60.000 bis 150.000 EUR. Die BUV-Versicherungssumme muss diese Schadenhöhe abdecken; die Jahresprämie liegt bei 0,3 bis 0,6 % der Summe.

Für mobile Notarztsysteme, die auf Fahrzeuge und medizinisches Ausrüstungsequipment angewiesen sind, muss die BUV auf technische Defekte und Fahrzeugausfälle erweitert werden. Eine spezifische Ertragsausfallversicherung für Freiberufler kann in Fällen einspringen, in denen der Sachschaden beim Auftraggeber (z.B. der Klinik oder dem Flughafen) liegt und den Notfallmediziner mittelbar trifft.

Worauf Notfallmediziner besonders achten sollten

Notfallmediziner in Bereitschaftspraxen sollten die BUV mit einer Klausel für behördlich angeordnete Schließungen (z.B. bei Seuchenalarm am Flughafen) und eine Betriebsunterbrechung durch Diebstahl von Notfallausrüstung kombinieren. Ärzteversichert berät Notfallmediziner in selbstständigen Strukturen über die Abgrenzung zwischen klassischer BUV, Ertragsausfallversicherung für Freiberufler und Kfz-Versicherung mit erweiterter Inhaltsdeckung.

Typische Fehler bei Notfallmedizinern

Notfallmediziner unterschätzen das Risiko eines mehrtägigen Fahrzeugausfalls, der den mobilen Notarztdienst komplett lahmlegt. Ein zweiter Fehler ist die fehlende Absicherung für den Ausfall von Schlüsselpersonal (z.B. einziger angestellter Notarzt erkrankt); hierfür ist eine separate Betriebsunterbrechungsversicherung für Personalausfall sinnvoll.

Fazit

Für selbstständig tätige Notfallmediziner in privatärztlichen Strukturen ist eine maßgeschneiderte BUV, die Fahrzeuge, Equipment und behördliche Schließungsrisiken einschließt, ein wesentlicher Unternehmensschutz. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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