Palliativmediziner in SAPV-Teams und freien Palliativzentren tragen betriebliche Risiken, die sich erheblich von denen klassischer Arztpraxen unterscheiden: mobile Versorgungsstrukturen, Fahrzeugflotten und Medikamentenkits erfordern eine Betriebsunterbrechungsversicherung (BUV), die über den klassischen Schutz für stationäre Praxen hinausgeht.
Das Wichtigste in Kürze
- SAPV-Teams benötigen eine BUV, die sowohl die Koordinationszentrale als auch die mobilen Fahrzeuge und das Medikamentenequipment abdeckt.
- Die BUV-Versicherungssumme für SAPV-Teams richtet sich nach den jährlichen Betriebskosten (typischerweise 600.000 bis 2 Millionen EUR); die Haftzeit sollte 12 bis 18 Monate betragen.
- Eine Klausel für den Ausfall von Koordinationssoftware (IT-Schaden) ist für SAPV-Teams besonders wichtig, da der gesamte Einsatzplan digital verwaltet wird.
Betriebsunterbrechungsversicherung speziell für Palliativmediziner
Ein SAPV-Team mit 8 Ärzten, 20 Pflegekräften und 6 Fahrzeugen erzielt Jahresumsätze von 1,5 bis 3 Millionen EUR aus Fallpauschalen und Krankenkassenverträgen. Der Jahresdeckungsbeitrag beträgt 30 bis 45 % (da Palliativversorgung personalintensiv und margenarm ist); Fixkosten (Personal, Fahrzeuge, Büroinfrastruktur) machen 55 bis 70 % des Umsatzes aus. Die BUV-Versicherungssumme sollte dementsprechend auf die Fixkosten fokussiert sein.
Die BUV muss für SAPV-Teams die Fahrzeugflotte als versichertes Objekt einschließen, da ein Totalausfall mehrerer Fahrzeuge (z.B. durch einen Garagenbrand) den gesamten Einsatzbetrieb sofort unterbrechen kann. Die Jahresprämie für eine solche erweiterte BUV liegt bei 0,4 bis 0,8 % der Versicherungssumme.
Worauf Palliativmediziner besonders achten sollten
Palliativmediziner in SAPV-Strukturen sollten die BUV explizit auf Fahrzeuge, mobile Medikamentenequipment und IT-Systeme erweitern. Ärzteversichert prüft für SAPV-Teams, ob die Kombination aus Kfz-Versicherung, Inhaltsversicherung und BUV lückenlos ist und ob Sachschäden an Fahrzeugen korrekt in die BUV-Berechnung einfließen.
Typische Fehler bei Palliativmedizinern
SAPV-Teams haben häufig keine BUV, weil sie sich nicht als "Praxis" im klassischen Sinne verstehen. Ein zweiter Fehler ist das Fehlen einer IT-Klausel in der BUV; der Ausfall der Koordinationssoftware durch einen Ransomware-Angriff kann den SAPV-Betrieb ebenso effektiv unterbrechen wie ein Sachschaden. Drittens fehlt oft die Absicherung für den Ausfall von Dienstfahrzeugen durch Vandalismus oder Diebstahl.
Fazit
Die Betriebsunterbrechungsversicherung für SAPV-Teams muss die mobile Versorgungsstruktur, die IT-Infrastruktur und die Fahrzeugflotte umfassend abdecken. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
- Bundesministerium für Gesundheit – Palliativversorgung
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – SAPV
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →