Kinderärzte (Pädiater) sind täglich einer hohen Infektionsexposition ausgesetzt: Kinderkrankheiten, Atemwegsinfekte und seltene pädiatrische Erkrankungen übertragen sich auf das Praxisteam. Hinzu kommt die physische Belastung durch das Heben und Halten von Kleinkindern sowie die emotionale Belastung durch lebensbedrohlich erkrankte Kinder. Diese Kombination macht eine BU-Versicherung für Kinderärzte zu einem wichtigen Baustein der persönlichen Absicherung.
Das Wichtigste in Kürze
- Kinderärzte werden von Versicherern als mittleres BU-Risiko eingestuft; die Prämie liegt in der Regel 10 bis 25 % über allgemeinmedizinischen Hausärzten.
- Infektionskrankheiten durch Berufsexposition müssen als BU-Ursache abgedeckt sein; pauschalausgeschlossene Infektionskrankheiten können im Leistungsfall zum Problem werden.
- Niedergelassene Kinderärzte benötigen BU-Renten von 3.500 bis 6.000 EUR monatlich; bei Gemeinschaftspraxen ist eine Praxiskostenkomponente sinnvoll.
BU-Versicherung speziell für Kinderärzte
Ein niedergelassener Kinderarzt mit Kassensitz erzielt ein Nettoeinkommen von 70.000 bis 110.000 EUR jährlich. Die empfohlene BU-Monatsrente beträgt 3.500 bis 6.000 EUR; die monatliche Prämie liegt je nach Eintrittsalter bei 120 bis 280 EUR für eine Laufzeit bis 67 Jahre.
Kinderärzte in Kinderkliniken mit pädiatrischer Intensivmedizin werden höher eingestuft als rein ambulant tätige Pädiater, da die physische und psychische Belastung der Intensivmedizin deutlich höher ist. Für Kinderärzte mit Notdienstverpflichtung sollte die BU-Rente ausreichend hoch sein, um auch den Wegfall von Bereitschaftsdienst-Vergütungen zu kompensieren.
Worauf Kinderärzte besonders achten sollten
Kinderärzte sollten prüfen, ob berufsbedingte Infektionskrankheiten (z.B. CMV-Erstinfektion in der Schwangerschaft als BU-Ursache) und psychische Erkrankungen durch emotionale Belastung in der Police abgedeckt sind. Ärzteversichert berät Kinderärzte bei der Auswahl eines Tarifs mit starker Psyche-Klausel und lückenloser Infektionsschutz-Deckung und prüft, ob die Nachversicherungsgarantie für Einkommensteigerungen nach Praxisgründung vorhanden ist.
Typische Fehler bei Kinderärzten
Kinderärzte unterschätzen die emotionale BU-Komponente: Burnout und Depressionen durch Konfrontation mit schwer erkrankten Kindern und Tod sind in der Pädiatrie häufiger als statistisch erfasst, und die BU-Police sollte entsprechend ausgerichtet sein. Ein zweiter Fehler ist das Fehlen einer Nachversicherungsgarantie nach Niederlassung; das Nettoeinkommen steigt nach dem Kassenarztsitz erheblich. Drittens vernachlässigen Kinderärzte die Praxiskostenabsicherung, die im BU-Fall Personalkosten und Miete weitersichert.
Fazit
Die BU-Versicherung für Kinderärzte muss Infektionskrankheiten, emotionale BU-Ursachen und eine Nachversicherungsgarantie für die Niederlassung abdecken. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Berufsunfähigkeitsversicherung
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin
- BaFin – Versicherungsaufsicht
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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