Orthopäden sind bei Berufsunfähigkeitsversicherern in einer erhöhten Risikoklasse eingestuft, wenn sie operativ tätig sind (Arthroskopie, Endoprothetik, Wirbelsäulenchirurgie). Aber auch konservativ tätige Orthopäden tragen relevante BU-Risiken: Die körperliche Untersuchung von Patienten mit Wirbelsäulen- und Gelenkproblemen, die manuelle Medizin und das Stehoperieren belasten Schultern, Rücken und Hände des Arztes erheblich.
Das Wichtigste in Kürze
- Operative Orthopäden (Endoprothetik, Arthroskopie, Wirbelsäulenchirurgie) werden in der höchsten oder zweithöchsten ärztlichen BU-Risikoklasse geführt; die Prämie liegt 30 bis 55 % über konservativen Kollegen.
- Schulter-, Rücken- und Handgelenksprobleme des Arztes sind typische BU-Ursachen; diese dürfen in der BU-Police nicht pauschal als "Vorerkrankung" ausgeschlossen werden.
- Frühzeitiger Abschluss ist für operative Orthopäden besonders wertvoll, da mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit von Voruntersuchungsbefunden (Rücken, Schulter) die Antragstellung erschwert.
BU-Versicherung speziell für Orthopäden
Ein niedergelassener Orthopäde mit Kassenpraxis und operativem Anteil erzielt ein Nettoeinkommen von 90.000 bis 160.000 EUR jährlich. Die empfohlene BU-Monatsrente beträgt 4.500 bis 9.000 EUR; die monatliche Prämie liegt je nach Eintrittsalter und operativem Anteil bei 180 bis 480 EUR für eine Laufzeit bis 67 Jahre.
Orthopäden in operativen Schwerpunktpraxen (z.B. Endoprothetikzentrum) sollten die Praxiskostenkomponente besonders berücksichtigen: Arthroskopie-Infrastruktur, OP-Personal und Sterilisation laufen auch im BU-Fall weiter. Hier sind BU-Renten am oberen Ende der Skala oder eine separate Praxiskostenrente sinnvoll.
Worauf Orthopäden besonders achten sollten
Orthopäden sollten beim Abschluss einer BU-Versicherung eine anonymisierte Voranfrage stellen, wenn bereits Wirbelsäulen- oder Schulterprobleme bekannt sind, um die besten Konditionen ohne dauerhafte Einträge im Auskunftssystem zu sichern. Ärzteversichert begleitet Orthopäden bei der Risikoanfrage und dem Tarifvergleich und prüft, ob die operative Tätigkeit korrekt bewertet wird und keine unverhältnismäßigen Muskel-Skelett-Ausschlüsse formuliert werden.
Typische Fehler bei Orthopäden
Orthopäden schließen BU-Verträge zu spät ab: In der orthopädischen Weiterbildung, die körperlich belastend ist, entstehen früh erste Rücken- und Schulterbefunde, die bei spätem Vertragsabschluss zu Ausschlüssen führen. Ein zweiter Fehler ist das Fehlen einer anonymisierten Voranfrage; einmal abgelehnte Anträge werden im zentralen Datensystem gespeichert. Drittens vernachlässigen Orthopäden in Gemeinschaftspraxen die gegenseitige Absicherung: Fällt ein Partner aus, entstehen erhebliche Mehrkosten für Vertretungsärzte.
Fazit
Die BU-Versicherung für Orthopäden muss frühzeitig abgeschlossen werden, keine Muskel-Skelett-Pauschalausschlüsse enthalten und bei operativen Praxen eine Praxiskostenkomponente einschließen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Berufsunfähigkeitsversicherung
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie
- BaFin – Versicherungsaufsicht
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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