Psychiater befassen sich beruflich täglich mit den schwersten psychischen Erkrankungen: Psychosen, Suizidalität, Persönlichkeitsstörungen und Suchterkrankungen prägen den Alltag. Diese intensive Konfrontation mit psychischem Leid, kombiniert mit der Notwendigkeit eines stabilen eigenen emotionalen Gleichgewichts als therapeutisches Werkzeug, macht Psychiater zu einer besonders burnout-gefährdeten Berufsgruppe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Psychiater sind durch die kontinuierliche emotionale Involvierung in Patientenschicksale gefährdet, eigene psychische Grenzen zu überschreiten, ohne es rechtzeitig zu bemerken.
  • Die Konfrontation mit Suizidalität und die Verantwortung für Entscheidungen zur Unterbringung sind für Psychiater besonders belastend.
  • Psychiater haben im Vergleich zu anderen Facharztgruppen eine erhöhte Prävalenz eigener psychischer Erkrankungen, die häufig nicht behandelt werden.

Burnout-Prävention speziell für Psychiater

Psychiater nutzen die therapeutische Beziehung als zentrales Behandlungsinstrument; das bedeutet, dass ihre eigene psychische Gesundheit direkt die Qualität der Patientenversorgung beeinflusst. Dieses Wissen erzeugt einen besonderen Anspruch an die eigene Stabilität, der ironischerweise zur Vernachlässigung eigener Bedürfnisse führen kann. Viele Psychiater zögern, professionelle Unterstützung zu suchen, aus Angst, dass dies als Unfähigkeit gedeutet wird.

Hinzu kommt die Belastung durch Aggression und verbale Gewalt, die im psychiatrischen Setting häufiger als in anderen medizinischen Fächern vorkommt. Die Arbeit mit zwangsuntergebrachten Patienten und die ethische Spannung zwischen Therapiewillen und Patientenautonomie sind spezifische Stressoren, die in keinem anderen Fach in dieser Form auftreten. Supervision ist für Psychiater nicht optional, sondern eine berufsethische Notwendigkeit.

Worauf Psychiater besonders achten sollten

Psychiater sollten eine Berufsunfähigkeitsversicherung wählen, die psychische Erkrankungen ohne jedwede Einschränkungen einschließt. Da Psychiater selbst ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, ist es besonders wichtig, eine Police ohne psychiatrische Ausschlüsse zu haben. Ärzteversichert unterstützt Psychiater bei der Auswahl von Tarifen, die keine ungünstigen Klauseln bezüglich psychischer Erkrankungen enthalten. Bei einem typischen Einkommen von 6.000 bis 10.000 Euro netto ist eine BU-Rente von 4.000 bis 6.500 Euro angemessen.

Typische Fehler bei Psychiatern

Ein häufiger und gefährlicher Fehler ist das Fehlen eigener Supervision oder Lehranalyse, obwohl viele Psychiater diese für unverzichtbar für ihre Patienten halten. Versicherungstechnisch ist das Hauptrisiko, dass Vorbehandlungen mit Psychopharmaka oder psychiatrischen Konsultationen als Vorerkrankungen deklariert werden und zu Ausschlüssen führen; hier ist eine sorgfältige Antragstellung mit fachkundiger Beratung unerlässlich.

Fazit

Psychiater sind die Hüter psychischer Gesundheit und verdienen denselben Schutz, den sie ihren Patienten zuteilwerden lassen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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