Onkologische Praxen und Tumorzentren verarbeiten Daten, die für Betroffene existenziell bedeutsam sind: Krebsdiagnosen, Chemotherapiepläne, genetische Mutationsprofile und klinische Studienergebnisse zählen zu den sensibelsten medizinischen Informationen. Die Vernetzung mit Tumorboards, Pathologielaboren und klinischen Studienregistern schafft ein komplexes IT-Sicherheitsprofil.

Das Wichtigste in Kürze

  • Onkologische Praxen mit laufenden klinischen Studien verarbeiten neben Behandlungsdaten auch Forschungsdaten, die vertragliche Datenschutzpflichten gegenüber pharmazeutischen Auftraggebern erzeugen; ein Datenleck kann zur Kündigung des Studienvertrages und erheblichen finanziellen Schäden führen.
  • Chemotherapiepläne und Dosierungsanweisungen sind sicherheitskritische Daten, deren Integrität absolut gewährleistet sein muss; eine Manipulation durch einen Cyberangriff könnte theoretisch falsche Dosierungen erzeugen.
  • Tumorregister und Krebsregistermeldungen nach dem Krebsfrüherkennungs- und Krebsregistergesetz erfordern eine sichere, verschlüsselte Übertragung; unverschlüsselte Krebsregistermeldungen verstoßen gegen das KFrühErKG.

Cybersicherheit speziell für Onkologen

Onkologische Praxen mit Infusionstherapiezentren betreiben eine besonders vernetzungsdichte Infrastruktur: Chemotherapie-Dosierungsoftware, elektronische Verordnungssysteme für Zytostatika, Kühlsysteme für Biologika und Abrechnungssysteme für teure Immuntherapien kommunizieren in einem gemeinsamen System. Eine Datenpanne, die Chemotherapiepläne betrifft, gefährdet direkt die Patientenversorgung.

Die Teilnahme an klinischen Studien erzeugt zusätzliche Datenschutzpflichten gegenüber den sponsernden Pharmaunternehmen; Rahmenverträge für klinische Studien enthalten typischerweise IT-Sicherheitsanforderungen, die die Praxis vertraglich binden. Wenn eine Datenpanne in der Praxis die Studiendaten betrifft, kann dies zur Meldepflicht gegenüber dem Studienregister und der Ethikkommission führen. Ärzteversichert empfiehlt Onkologen, die Datenschutzanforderungen ihrer Studienverträge explizit in ihr IT-Sicherheitskonzept zu integrieren.

Worauf Onkologen besonders achten sollten

Onkologen sollten sicherstellen, dass die Chemotherapie-Dosierungssoftware auf einem System betrieben wird, das gegen unbefugten Zugriff und Manipulation gesichert ist, und dass Änderungen an Therapieplänen protokolliert werden. Klinische Studiendaten müssen in einem physisch oder logisch separaten System gespeichert werden, das die Anforderungen des Studiensponsors erfüllt. Ärzteversichert empfiehlt außerdem eine Cyberversicherung, die explizit die Kosten für Datenpannen abdeckt, die klinische Studiendaten betreffen.

Typische Fehler bei Onkologen

Ein häufiger Fehler ist das Fehlen einer separaten Backup-Strategie für klinische Studiendaten; viele Praxen sichern Studiendaten im gleichen Backup-System wie die allgemeine Patientendokumentation, ohne die besonderen Anforderungen des Studiensponsors zu berücksichtigen. Versicherungstechnisch ist die Haftung für Datenpannen, die klinische Studiendaten betreffen, in den meisten Standard-Cyberversicherungspolicen nicht ausdrücklich geregelt.

Fazit

Onkologen müssen die Sicherheit ihrer Therapiedaten und klinischen Studiendaten als Teil ihrer vertraglichen und regulatorischen Pflichten verstehen und durch eine spezialisierte IT-Sicherheitsstrategie und Cyberversicherung absichern. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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