Urologische Praxen und Kliniken verarbeiten besonders sensible Diagnosen: Prostatakarzinome, Blasenkarzinome, Erektionsstörungen und Inkontinenz gehören zu den Diagnosen, bei denen Patienten die Offenlegung besonders fürchten. Diese Sensibilität erhöht die Erpressungsbereitschaft bei Ransomware-Angriffen erheblich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Urologische Bildarchive mit Zystoskopie-Videos, Prostatobiopsie-Ergebnissen und postoperativen Verlaufsdaten sind besonders sensible Datenkollektionen; ein Datenleck kann für betroffene Patienten erhebliche persönliche Konsequenzen haben.
  • Das da-Vinci-Robotersystem ist über das OP-Netzwerk vernetzt und generiert Operationsaufzeichnungen, die als Qualitätsdaten gespeichert werden; diese Daten müssen gegen unbefugten Zugriff gesichert sein.
  • Urologische Praxen mit PSA-Screening-Programmen führen für Tausende von Männern jährliche PSA-Verlaufskontrollen; diese Krebsfrüherkennungsdaten unterliegen besonderen Schutzanforderungen.

Cybersicherheit speziell für Urologen

Urologische Praxen mit ambulantem Operieren führen Zystoskopien, Prostatastanzbiopsien und kleinere Eingriffe durch, bei denen Videoaufzeichnungen als Teil der Dokumentation erstellt werden. Diese Videos haben erhebliche Dateigrößen und sind hochsensibel; sie müssen verschlüsselt gespeichert und gegen unbefugten Zugriff gesichert sein. Wenn Zystoskopievideos in einem ungesicherten Netzwerk gespeichert werden, können sie bei einem Cyberangriff gestohlen und für Erpressungsversuche gegenüber Patienten genutzt werden.

Das Prostatakrebszentrum-Zertifizierungsverfahren der Deutschen Krebsgesellschaft erfordert die Erfassung von Qualitätsindikatoren in einem Registersystem, das über das Internet mit dem nationalen Register kommuniziert. Diese Verbindung muss durch eine verschlüsselte Verbindung gesichert sein. Ärzteversichert empfiehlt Urologen, die IT-Sicherheitsanforderungen aller Registrierungspflichten für Zertifizierungsprogramme explizit in ihrem IT-Sicherheitskonzept zu dokumentieren.

Worauf Urologen besonders achten sollten

Urologen sollten sicherstellen, dass Zystoskopie-Videoarchive auf einem separaten, verschlüsselten System gespeichert werden, das nicht mit dem allgemeinen Praxisnetzwerk verbunden ist. Der Zugang zu sensiblen Patientendaten wie Prostatakarzinom-Diagnosen und erektiler Dysfunktion muss auf das behandelnde Personal beschränkt sein. Ärzteversichert empfiehlt außerdem eine Cyberversicherung, die explizit den Reputationsschaden abdeckt, der durch ein Datenleck mit urologischen Diagnosen entstehen kann.

Typische Fehler bei Urologen

Ein häufiger Fehler ist die Speicherung von Zystoskopievideos auf gemeinsamen Netzlaufwerken, auf die alle Praxismitarbeiter Zugriff haben; diese Praxis verstößt gegen das Datenschutzprinzip der Datensparsamkeit und ermöglicht ein breites Schadenspotenzial bei einer Datenpanne. Versicherungstechnisch ist die besondere Erpressungsbereitschaft bei urologischen Diagnosen in vielen Standard-Cyberversicherungspolicen nicht als erhöhtes Risiko berücksichtigt.

Fazit

Urologen müssen die besondere Sensibilität ihrer Diagnosedaten und Videoarchive in ihrer IT-Sicherheitsstrategie berücksichtigen und durch eine Cyberversicherung absichern, die auch Erpressungsszenarien und Reputationsschäden abdeckt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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