Kardiologen führen häufig technisch und finanziell aufwendige Einrichtungen: Herzkatheterlabore, Echokardiografie-Zentren und elektrophysiologische Abteilungen erfordern Investitionen von mehreren Millionen Euro. Als Praxisinhaber, Gesellschafter einer BAG oder Geschäftsführer eines Herzzentrums tragen Kardiologen unternehmerische Verantwortung, aus der eine persönliche Managementhaftung entsteht. Die D&O-Versicherung ist für diese Gruppe besonders relevant.
Das Wichtigste in Kürze
- Herzkatheterlabore bedeuten hohes Investitionsrisiko: Entscheidungen über Geräte- und Raumfinanzierungen im Millionenbereich begründen erhebliche persönliche Haftung.
- Kooperationen mit Kliniken absichern: Kardiologen als Belegärzte oder in institutionalisierten Kooperationen tragen Mitverantwortung für organisatorische Entscheidungen.
- D&O schützt vor Mitgesellschafter-Klagen: In kardiologischen BAG-Strukturen sind Streitigkeiten zwischen Partnern über Investitionsentscheidungen häufige D&O-Auslöser.
D&O-Versicherung speziell für Kardiologen
Die kardiologische Praxis unterscheidet sich in ihrer unternehmerischen Komplexität erheblich von einer allgemeinmedizinischen Praxis. Allein die Finanzierung eines Herzkatheterlabors mit typischen Kosten von 1,5–3 Mio. EUR, kombiniert mit Leasingverträgen, Wartungsvereinbarungen und Personalplanung für Herzkatheterfachpflegepersonal, schafft ein unternehmerisches Entscheidungsumfeld, in dem Fehler zu erheblichen persönlichen Haftungsansprüchen führen können.
D&O-Ansprüche entstehen häufig im Kontext von Praxisauflösungen oder Gesellschafterwechseln: Ausscheidende Partner werfen dem verbleibenden Praxisinhaber vor, Investitionsentscheidungen ohne ausreichende Beschlussbasis getroffen oder Informationen zurückgehalten zu haben. Deckungssummen für kardiologische Praxen mit eigenem Katheterlabor sollten mindestens 5 Mio. EUR betragen; Jahresdprämien liegen bei 1.500–4.000 EUR.
Worauf Kardiologen besonders achten sollten
Kardiologen in Chefarztrollen an Kliniken sollten prüfen, ob die D&O-Police des Krankenhausträgers sie persönlich schützt oder ob sie als extern eingebundene Leitungsärzte eine eigene Police benötigen. Darüber hinaus sollten Kardiologen, die an der Gründung eines Herzzentrums oder einer überörtlichen BAG beteiligt sind, die D&O-Deckung von Beginn an sicherstellen, da persönliche Haftung ab dem ersten Tag der Leitungsverantwortung besteht. Ärzteversichert begleitet Kardiologen bei der Auswahl der richtigen D&O-Struktur für komplexe unternehmerische Konstellationen.
Typische Fehler bei Kardiologen
Ein häufiger Fehler ist die Vernachlässigung der D&O bei der Gründung einer kardiologischen BAG, weil das Thema hinter den medizinischen und betriebswirtschaftlichen Aufgaben zurücktritt. Ein zweiter Fehler ist die zu niedrige Deckungssumme: Bei einem Herzkatheterlabor mit 3 Mio. EUR Finanzierungsvolumen ist eine D&O-Deckung von 1 Mio. EUR unzureichend. Schließlich werden Kooperationsverträge mit Kliniken selten auf ihre D&O-Relevanz hin geprüft, obwohl gemeinsame Managemententscheidungen in solchen Strukturen klare Haftungsrisiken erzeugen.
Fazit
Kardiologen in Praxisleitungs- und Gesellschafterfunktionen tragen ein erhebliches unternehmerisches Haftungsrisiko, das eine D&O-Versicherung mit ausreichend hoher Deckungssumme erfordert. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
- KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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