Urologen, die Schwerpunktpraxen, ambulante OP-Zentren oder onkourologische Zentren betreiben, sind in einem unternehmerisch anspruchsvollen Umfeld tätig. Geräteinvestitionen in endoskopische und laparoskopische Systeme, Personalmanagement und Vertragsgestaltung mit Krankenkassen und Kliniken begründen persönliche Managementhaftung, für die eine D&O-Versicherung den notwendigen Schutz bietet.
Das Wichtigste in Kürze
- Urologische Gemeinschaftspraxen mit hohem Investitionsbedarf: Da-Vinci-Systeme (Mietmodelle) und laparoskopische Ausrüstung kosten 200.000–800.000 EUR und begründen D&O-relevante Entscheidungen.
- Onkourologische Zentren mit komplexen Abrechnungsstrukturen: Fehler bei der Abrechnung hochpreisiger Tumormedikamente können KV-Rückforderungen und Gesellschafterstreitigkeiten auslösen.
- Belegarzt-Vereinbarungen mit Kliniken absichern: Urologen als Belegärzte tragen Mitverantwortung für organisatorische Entscheidungen der Belegabteilung.
D&O-Versicherung speziell für Urologen
Urologische Praxen haben durch den operativen Anteil ein erhebliches Investitionsvolumen: Endoskopietürme, Steinbehandlungssysteme (Lithotripter), Laparoskopie-Sets und gegebenenfalls Mietmodelle für roboterassistierte Systeme erfordern erhebliche finanzielle Entscheidungen. In BAG-Strukturen sind diese Investitionsentscheidungen gemeinsame Managemententscheidungen der Gesellschafter, für die jeder persönlich haftet.
D&O-Ansprüche entstehen in urologischen Praxen häufig im Kontext von Gesellschafterstreitigkeiten über Investitionen und Liquiditätsplanung, von Ansprüchen der Berufsgenossenschaft oder Krankenkassen aus fehlerhaften Abrechnungsentscheidungen sowie von Arbeitsgerichtsverfahren nach Mitarbeiterkündigungen. Für urologische Praxen mit Jahresumsätzen von 800.000–2,5 Mio. EUR sind D&O-Deckungssummen von 2–5 Mio. EUR empfehlenswert.
Worauf Urologen besonders achten sollten
Urologen, die in Belegarztverträgen mit Kliniken tätig sind, sollten prüfen, ob die klinische D&O-Police auch die Belegarztfunktion schützt. In der Regel gilt die Klinik-D&O nur für hauptamtliche Organmitglieder; Belegärzte benötigen einen eigenständigen Schutz für ihre Praxisführungsrolle. Ärzteversichert analysiert für Urologen die Überschneidungen und Lücken zwischen Klinik-D&O, Praxis-D&O und Berufshaftpflicht.
Für onkourologische Zentren mit Tagesklinikbetrieb und hochpreisigen Arzneimitteln sollte die D&O-Police explizit Ansprüche aus dem Arzneimittelrecht und aus KV-Wirtschaftlichkeitsprüfungen einschließen.
Typische Fehler bei Urologen
Ein häufiger Fehler ist der Abschluss keiner D&O-Police bei Gründung einer urologischen BAG, weil der unternehmerische Aufbau im Vordergrund steht und Versicherungsfragen zurückgestellt werden. Ein zweiter Fehler ist die zu niedrige Deckungssumme angesichts des Investitionsvolumens: Wer für 500.000 EUR Endoskopieausstattung finanziert hat und nur eine 1-Mio.-EUR-D&O hält, ist im Schadensfall nicht ausreichend geschützt. Schließlich vergessen viele urologischen Praxen, die D&O bei einem Gesellschafterwechsel anzupassen.
Fazit
Urologen in Praxisleitungs- und Gesellschafterrollen, insbesondere in Gemeinschaftspraxen und onkourologischen Zentren, benötigen eine D&O-Versicherung mit am Umsatz und Investitionsvolumen orientierten Deckungssummen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
- KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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