Anästhesisten sind in den klassischen Disease-Management-Programmen nicht als koordinierende Ärzte vorgesehen; ihre DMP-Relevanz entsteht vor allem über Schnittpunkte mit der Schmerzmedizin. Anästhesisten, die eine Schmerzambulanz betreiben oder Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen behandeln, haben einen indirekten Bezug zu DMP, der für die Praxisplanung relevant ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Anästhesisten sind keine DMP-Koordinationsärzte: Die gesetzlich geregelten DMP (Diabetes, KHK, COPD, Asthma, Brustkrebs) sind auf Hausärzte und bestimmte Fachärzte ausgerichtet; Anästhesisten können diese Rolle in der Regel nicht übernehmen.
- Schmerzmedizin als DMP-Schnittstelle: Anästhesisten in der Schmerzambulanz behandeln häufig DMP-Patienten, ohne selbst Koordinationsarzt zu sein; die Kommunikation mit dem koordinierenden Hausarzt ist wichtig.
- Diabetische Neuropathie als relevante Berührungspunkt: Schmerzanästhesisten behandeln häufig Patienten mit diabetischer Neuropathie, die im DMP Diabetes eingeschrieben sind.
DMP-Programme speziell für Anästhesisten
Anästhesisten sind in der Regel nicht als koordinierende Ärzte in den gesetzlich geregelten DMP tätig. Die strukturierten Behandlungsprogramme für Typ-2-Diabetes, KHK, COPD, Asthma bronchiale und Brustkrebs sind auf Hausärzte und spezifische Fachärzte (Internisten, Pneumologen, Onkologen) ausgerichtet. Anästhesisten, die ausschließlich klinisch oder in Belegkrankenhäusern tätig sind, haben keinen direkten DMP-Bezug.
Schmerzanästhesisten in ambulanten Schmerzambulanzen behandeln jedoch regelmäßig Patienten, die gleichzeitig in einem DMP eingeschrieben sind. Diabetiker mit neuropathischen Schmerzen, KHK-Patienten mit chronischen Thoraxschmerzen und COPD-Patienten mit muskuloskelettalen Komorbiditäten kommen in die Schmerzambulanz. Die Behandlungsdokumentation dieser Patienten muss mit dem koordinierenden Hausarzt abgestimmt sein, um keine Widersprüche in der DMP-Dokumentation zu erzeugen.
Worauf Anästhesisten besonders achten sollten
Anästhesisten in Schmerzambulanzen sollten sicherstellen, dass ihre Behandlungsmaßnahmen mit den DMP-Zielwerten der eingeschriebenen Patienten kompatibel sind. Medikamentöse Schmerztherapien, die die Diabetes-Kontrolle oder die kardiovaskuläre Risikosituation beeinflussen, müssen mit dem koordinierenden Arzt kommuniziert werden. Ärzteversichert empfiehlt Anästhesisten, die eine Schmerzambulanz aufbauen, die Kooperationsstrukturen mit Hausärzten von Beginn an zu formalisieren.
Für Anästhesisten, die in ambulanten OP-Zentren tätig sind, können DMP-Patienten (z. B. Diabetiker vor elektiven Operationen) besondere präoperative Anforderungen haben, die von DMP-Zielwerten (HbA1c < 8%) beeinflusst werden.
Typische Fehler bei Anästhesisten
Ein häufiger Fehler in der Schmerzambulanz ist die unzureichende Kommunikation mit dem koordinierenden DMP-Hausarzt bei der Einleitung starker Opioidtherapien, die die DMP-Dokumentation beeinflussen können. Ein zweiter Fehler ist die fehlende Abfrage des DMP-Status bei der Patientenanamnese in der Schmerzambulanz. Schließlich werden präoperative Risikobewertungen bei Diabetikern manchmal ohne Rückgriff auf die im DMP dokumentierten Langzeitwerte durchgeführt.
Fazit
Anästhesisten sind keine DMP-Koordinationsärzte, müssen aber in der Schmerzmedizin und in der präoperativen Versorgung die DMP-Situation ihrer Patienten kennen und berücksichtigen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung – DMP
- GKV-Spitzenverband – Disease-Management-Programme
- Bundesgesundheitsministerium – Chronische Erkrankungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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