Augenärzte spielen im DMP Typ-2-Diabetes eine zentrale Rolle als mitbehandelnde Fachärzte: Die jährliche Fundusuntersuchung zum Ausschluss diabetischer Retinopathie ist eine Pflichtuntersuchung im Diabetes-DMP. Für Augenarztpraxen mit vielen Diabetikern als Patienten kann die DMP-Mitwirkung einen erheblichen Beitrag zum Praxisumsatz leisten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fundusuntersuchung im DMP Diabetes als Schlüsselelement: Augenärzte führen als Mitbehandler die ophthalmologische Pflichtuntersuchung im Diabetes-DMP durch und erhalten dafür eine Mitbehandlervergütung.
  • Retinopathiebefund an koordinierenden Arzt melden: Die Dokumentation und Übermittlung des Retinopathiestatus an den koordinierenden Hausarzt ist Teil der DMP-Mitwirkungspflicht.
  • Glaukom-DMP in Diskussion: Ophthalmologische Fachgesellschaften diskutieren die Einführung eines DMP Glaukom; Augenärzte sollten die Entwicklung beobachten.

DMP-Programme speziell für Augenärzte

Im DMP Typ-2-Diabetes mellitus ist die jährliche augenärztliche Untersuchung zur Früherkennung und Verlaufskontrolle der diabetischen Retinopathie ein fester Bestandteil des Behandlungsplans. Augenärzte nehmen hierbei die Rolle des mitbehandelnden Facharztes ein und erhalten für jeden DMP-Patienten, den sie im Rahmen dieses Programms untersuchen, eine gesonderte Mitbehandlervergütung. Diese liegt je nach KV-Region bei 15–30 EUR pro Untersuchung.

Für eine Augenarztpraxis mit 200 DMP-Diabetes-Patienten im Quartal ergibt sich daraus ein Zusatzumsatz von 3.000–6.000 EUR pro Quartal durch DMP-Mitbehandlung. Voraussetzung ist die Abrechnung der korrekten EBM-Ziffer und die vollständige Dokumentation des Befunds inklusive Übermittlung an den koordinierenden Arzt.

Worauf Augenärzte besonders achten sollten

Augenärzte sollten sicherstellen, dass DMP-Diabetes-Patienten in der Praxisverwaltung klar als solche erkennbar sind, damit die Dokumentationspflichten im DMP erfüllt werden. Besonders wichtig ist die schriftliche Rückmeldung des Retinopathiestatus an den koordinierenden Hausarzt; ohne diese Rückmeldung kann der DMP-Arztbrief nicht abgerechnet werden. Ärzteversichert empfiehlt Augenarztpraxen, die DMP-Vergütungsstruktur in die Praxisplanung einzubeziehen und die Abrechnung regelmäßig auf Vollständigkeit zu prüfen.

Die Entwicklung eines möglichen DMP Glaukom sollte von Augenärzten aufmerksam verfolgt werden, da ein solches Programm erhebliche Umsatzchancen für ophthalmologische Praxen bieten würde.

Typische Fehler bei Augenärzten

Ein häufiger Fehler ist die fehlende Abfrage des DMP-Status bei diabetischen Patienten; ohne Kenntnis der DMP-Einschreibung wird die Mitbehandlervergütung nicht abgerechnet. Ein zweiter Fehler ist die fehlende oder verspätete Rückmeldung an den koordinierenden Arzt, die zur Ablehnung der DMP-Abrechnung führen kann. Schließlich wird der Befundbericht manchmal nicht ausreichend detailliert erstellt, um die DMP-Anforderungen zu erfüllen.

Fazit

Augenärzte sollten ihre Rolle als DMP-Mitbehandler im Diabetes-Programm systematisch wahrnehmen, die Vergütungspotenziale ausschöpfen und die Kommunikation mit den koordinierenden Hausärzten konsequent sicherstellen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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