Dermatologen sind in den aktuellen gesetzlichen Disease-Management-Programmen nicht als reguläre Mitbehandler vorgesehen. Dennoch gibt es relevante Schnittpunkte: Hautmanifestationen bei DMP-Erkrankungen (diabetisches Fußsyndrom, Psoriasis und kardiovaskuläre Risikofaktoren) machen Dermatologen zu wichtigen Partnern im DMP-Versorgungsnetz. Darüber hinaus wird ein DMP Psoriasis/Neurodermitis von Fachgesellschaften seit Jahren diskutiert.
Das Wichtigste in Kürze
- Diabetisches Fußsyndrom als DMP-Schnittstelle: Dermatologen sind bei der Beurteilung und Behandlung des diabetischen Fußes Teil des interdisziplinären DMP-Teams.
- Psoriasis und kardiovaskuläres Risiko im DMP KHK: Psoriasis-Patienten haben ein erhöhtes KHK-Risiko; DMP-KHK-Patienten mit Psoriasis benötigen dermatologische Mitbehandlung.
- Potenzielles DMP Neurodermitis beobachten: Atopische Dermatitis ist der häufigste Kandidat für ein zukünftiges Dermatologie-DMP.
DMP-Programme speziell für Dermatologen
Das diabetische Fußsyndrom ist ein häufiges und schwerwiegendes Folgeleiden des Diabetes mellitus, das im DMP Typ-2-Diabetes besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Dermatologen sind bei der dermatologischen Beurteilung und Behandlung des diabetischen Fußes wichtige Mitbehandler; die Dokumentation dieser Behandlung und die Kommunikation mit dem koordinierenden DMP-Arzt ist für eine optimale Versorgung des Patienten unerlässlich.
Für die Behandlung der Psoriasis haben DMP-KHK-Patienten besondere Relevanz: Der bekannte Zusammenhang zwischen schwerer Psoriasis und erhöhtem kardiovaskulärem Risiko macht eine koordinierte Betreuung zwischen Dermatologen und koordinierendem KHK-DMP-Arzt wichtig. Dermatologen sollten bei der Neueinstellung systemischer Psoriasis-Therapien den KHK-DMP-Status ihrer Patienten berücksichtigen.
Worauf Dermatologen besonders achten sollten
Dermatologen sollten bei der Behandlung von Diabetikern mit Fußkomplikationen systematisch prüfen, ob der Patient im DMP Diabetes eingeschrieben ist, und den koordinierenden Arzt über relevante dermatologische Befunde informieren. Ärzteversichert empfiehlt Dermatologen, die Entwicklung des potenziellen DMP Neurodermitis zu verfolgen, da ein solches Programm erhebliche Implikationen für die Versorgungsstruktur dermatologischer Praxen hätte.
Für Dermatologen in Brustzentren ist die Schnittstelle zum DMP Brustkrebs relevant: Strahlentherapie-bedingte Hautveränderungen sind ein häufiges Behandlungsfeld, das die interdisziplinäre Kooperation erfordert.
Typische Fehler bei Dermatologen
Ein häufiger Fehler ist die fehlende Kommunikation mit dem koordinierenden DMP-Arzt beim diabetischen Fuß; ohne strukturierte Rückmeldung kann das DMP seine Koordinationsfunktion nicht erfüllen. Ein zweiter Fehler ist die fehlende Berücksichtigung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei der Therapieplanung für Psoriasis-Patienten, die gleichzeitig in einem DMP KHK eingeschrieben sind. Schließlich fehlt bei manchen Dermatologen das Wissen über die Meldung von DMP-relevanten Befunden an den koordinierenden Arzt.
Fazit
Dermatologen sind zwar keine DMP-Koordinationsärzte, spielen aber als Mitbehandler bei diabetischen Fußkomplikationen und kardiovaskulären Komorbiditäten eine wichtige Rolle im DMP-Versorgungsnetz. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung – DMP
- GKV-Spitzenverband – Disease-Management-Programme
- Bundesgesundheitsministerium – Chronische Erkrankungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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