HNO-Ärzte sind in den aktuellen gesetzlichen DMP nicht als reguläre Koordinations- oder Mitbehandlungsärzte vorgesehen. Dennoch gibt es relevante klinische Schnittstellen zu DMP-Erkrankungen: COPD und Asthma bronchiale sind das wichtigste Überlappungsfeld, da Erkrankungen des oberen Atemwegs (chronische Rhinosinusitis, nasale Polypen) die Kontrolle dieser DMP-Erkrankungen direkt beeinflussen.
Das Wichtigste in Kürze
- COPD und Asthma als HNO-Schnittstelle: Erkrankungen des oberen Atemwegs sind häufige Komorbiditäten bei COPD- und Asthma-DMP-Patienten und sollten koordiniert behandelt werden.
- Schlafapnoe und kardiovaskuläres Risiko im DMP KHK: HNO-Ärzte, die Schlafapnoe behandeln, betreuen häufig Patienten, die gleichzeitig im DMP KHK eingeschrieben sind.
- Potenzielles DMP Chronische Rhinosinusitis beobachten: Fachgesellschaften diskutieren DMP-Konzepte für chronisch-entzündliche HNO-Erkrankungen.
DMP-Programme speziell für HNO-Ärzte
Die klinisch relevanteste DMP-Schnittstelle für HNO-Ärzte ist die enge Verbindung zwischen oberen und unteren Atemwegen: Chronische Rhinosinusitis, nasale Polypen und allergische Rhinitis beeinflussen Asthma bronchiale und COPD erheblich. Patienten im DMP Asthma oder DMP COPD mit gleichzeitiger HNO-Erkrankung profitieren von einer koordinierten Behandlung, bei der der HNO-Arzt relevante Befunde an den koordinierenden DMP-Arzt zurückmeldet.
Die Schlafmedizin ist ein weiteres Überlappungsfeld: Obstruktive Schlafapnoe ist ein unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor und tritt häufig bei Patienten auf, die gleichzeitig im DMP KHK eingeschrieben sind. HNO-Ärzte, die CPAP-Therapien einleiten oder operative Schlafapnoe-Therapien durchführen, sollten den KHK-DMP-Status ihrer Patienten kennen und die Mitbehandlung dokumentieren.
Worauf HNO-Ärzte besonders achten sollten
HNO-Ärzte sollten bei der Behandlung von Patienten mit Asthma oder COPD systematisch prüfen, ob eine DMP-Einschreibung besteht, und bei relevanten HNO-Befunden eine Rückmeldung an den koordinierenden Arzt veranlassen. Die Kommunikation zwischen HNO und DMP-Koordinationsarzt ist auch in der Gegenrichtung wichtig: DMP-Dokumentationen enthalten häufig Informationen über begleitende Atemwegserkrankungen, die für die HNO-Therapieplanung relevant sind. Ärzteversichert empfiehlt HNO-Ärzten, die Entwicklungen im DMP-Bereich für HNO-relevante Erkrankungen zu beobachten.
Typische Fehler bei HNO-Ärzten
Ein häufiger Fehler ist die fehlende Abfrage des DMP-Status bei Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen; ohne Kenntnis der DMP-Zugehörigkeit wird die koordinierte Versorgung erschwert. Ein zweiter Fehler ist die fehlende Rückmeldung an den koordinierenden DMP-Arzt nach HNO-Interventionen, die die Atemwegsfunktion beeinflussen. Schließlich wird die Schlafapnoe-Behandlung manchmal nicht ausreichend mit dem kardiovaskulären Risikomanagement im DMP KHK koordiniert.
Fazit
HNO-Ärzte sind zwar keine regulären DMP-Koordinationsärzte, sollten aber als Mitbehandler bei atemwegs- und kardiovaskulär relevanten Komorbiditäten aktiv in den DMP-Versorgungskreislauf eingebunden sein. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung – DMP COPD/Asthma
- GKV-Spitzenverband – Disease-Management-Programme
- Bundesgesundheitsministerium – Chronische Erkrankungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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