Internisten sind nach Allgemeinmedizinern die wichtigste Arztgruppe in den deutschen Disease-Management-Programmen. Als Fachärzte für Innere Medizin können sie als koordinierende Ärzte in den DMP Typ-2-Diabetes, KHK und COPD tätig sein und gleichzeitig als mitbehandelnde Spezialisten in mehreren DMP auftreten.
Das Wichtigste in Kürze
- Internisten als DMP-Koordinationsärzte in mehreren Programmen: Diabetologen, Kardiologen und Pneumologen können jeweils in ihrem Schwerpunkt DMP koordinieren.
- Hohe DMP-Vergütungspotenziale bei internistischen Schwerpunktpraxen: Eine kardiologisch-internistische Schwerpunktpraxis mit 100 DMP-KHK-Patienten kann DMP-Vergütungen von 15.000–25.000 EUR jährlich erzielen.
- Dokumentationsdisziplin entscheidend: Internistische DMP-Patienten haben häufig mehrere Komorbiditäten; die vollständige Dokumentation aller DMP-Parameter erfordert systematische Prozesse.
DMP-Programme speziell für Internisten
Internisten sind in den DMP KHK, Typ-2-Diabetes und COPD als koordinierende Ärzte vorgesehen, sofern sie eine entsprechende fachärztliche Qualifikation haben. Ein kardiologischer Internist kann DMP-KHK-Patienten koordinieren; ein diabetologisch tätiger Internist kann DMP-Diabetes-Patienten koordinieren; ein Pneumologe kann DMP-COPD-Patienten koordinieren. Damit sind Internisten die Arztgruppe mit dem breitesten DMP-Koordinationspotenzial.
Für internistische Schwerpunktpraxen mit 80–120 DMP-Patienten (ein realistischer Wert für eine mittlere Facharztpraxis) liegen die jährlichen DMP-Koordinationsvergütungen in der Regel zwischen 12.000 und 30.000 EUR, abhängig von der jeweiligen KV-Region und dem Programmtyp. Internisten mit mehreren DMP-Schwerpunkten (z. B. Diabetologie und Kardiologie) können diese Potenziale kumulieren.
Worauf Internisten besonders achten sollten
Internisten sollten ihre DMP-Teilnahmeberechtigung regelmäßig prüfen und sicherstellen, dass die Qualifikationsanforderungen der KV erfüllt sind. Darüber hinaus sollten Internisten ein systematisches Einschreibungsmanagement etablieren, das alle geeigneten Patienten erfasst. Ärzteversichert empfiehlt Internisten, die DMP-Vergütungsstruktur als Teil ihrer Praxisfinanzplanung zu berücksichtigen, da Änderungen in der Vergütung rechtzeitige Anpassungen erfordern.
Internisten mit mehreren DMP-Schwerpunkten sollten sicherstellen, dass Patienten mit Multimorbidität (z. B. gleichzeitig Diabetes und KHK) in allen relevanten DMP eingeschrieben sind und die Dokumentation für jedes Programm separat und vollständig ist.
Typische Fehler bei Internisten
Ein häufiger Fehler ist die fehlende DMP-Einschreibung von Patienten mit Multimorbidität in alle relevanten Programme; insbesondere Diabetiker mit KHK werden manchmal nur in einem DMP eingeschrieben. Ein zweiter Fehler ist die unvollständige Quartalsdokumentation, die zu Rückforderungen führen kann. Schließlich wird die regelmäßige Überprüfung der Einschlussvoraussetzungen bei bereits eingeschriebenen Patienten manchmal vernachlässigt.
Fazit
Internisten haben durch ihre breite fachliche Zuständigkeit das höchste DMP-Koordinationspotenzial unter den Fachärzten und sollten alle relevanten Einschreibungs- und Dokumentationsmöglichkeiten systematisch ausschöpfen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung – DMP
- GKV-Spitzenverband – Disease-Management-Programme
- Bundesgesundheitsministerium – Chronische Erkrankungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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