Kardiologen sind im DMP Koronare Herzkrankheit (KHK) die natürlichen Koordinationsärzte: Als Spezialisten für Herzerkrankungen können sie die Betreuung von KHK-Patienten im strukturierten Behandlungsprogramm übernehmen und erhalten dafür spezifische DMP-Vergütungen. Die KHK ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland; rund 1,5 Millionen Patienten sind im DMP KHK eingeschrieben.
Das Wichtigste in Kürze
- DMP KHK als Kernaufgabe für Kardiologen: Kardiologische Schwerpunktpraxen können als koordinierende Ärzte im DMP KHK tätig sein und erhalten quartalsmäßige Koordinationspauschalen.
- Hohe Einschreibepotenziale in kardiologischen Praxen: Kardiologische Praxen betreuen überdurchschnittlich viele KHK-Patienten; eine systematische DMP-Einschreibungsstrategie erschließt erhebliche Vergütungspotenziale.
- DMP-Qualitätsziele im Blick behalten: Blutdruckziele, Cholesterinziele und Belastungsergometrieintervalle sind im DMP KHK definiert und müssen dokumentiert werden.
DMP-Programme speziell für Kardiologen
Kardiologen sind die Schlüsselgruppe im DMP KHK: Als Fachärzte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verfügen sie über die medizinische Expertise für die leitliniengerechte Betreuung von KHK-Patienten im strukturierten Behandlungsprogramm. Die Koordinationspauschalen im DMP KHK liegen je nach KV-Region bei 25–50 EUR pro Patient und Quartal; für eine kardiologische Praxis mit 150 DMP-KHK-Patienten bedeutet das Zusatzeinnahmen von 15.000–30.000 EUR jährlich.
Das DMP KHK erfordert eine regelmäßige Dokumentation von Verlaufsparametern: Blutdruck, LDL-Cholesterin, körperliche Belastbarkeit (Belastungsergometrie), aktuelle Medikation und das Nichtvorhandensein von Herzinsuffizienz müssen quartalsweise erfasst werden. Diese Dokumentation ist aufwendig, aber gut in den normalen Praxisablauf einer kardiologischen Schwerpunktpraxis integrierbar.
Worauf Kardiologen besonders achten sollten
Kardiologen sollten ihre Teilnahmeberechtigung am DMP KHK bei der zuständigen KV prüfen und alle geeigneten KHK-Patienten systematisch einschreiben. Ein regelmäßiges internes Audit der DMP-Einschreibungsquote hilft, Patienten zu identifizieren, die trotz Einschlussvoraussetzungen noch nicht im DMP sind. Ärzteversichert empfiehlt Kardiologen, die DMP-KHK-Vergütungsstruktur in die Praxiskalkulation einzubeziehen, da Änderungen der EBM-Vergütung regelmäßig erfolgen und frühzeitige Anpassungen erfordern.
Kardiologen mit akademischem Schwerpunkt und Lehrfunktion sollten außerdem prüfen, ob sie DMP-Schulungen für koordinierende Hausärzte anbieten können; diese Tätigkeit ist vergütungsfähig und stärkt gleichzeitig das Kooperationsnetz.
Typische Fehler bei Kardiologen
Ein häufiger Fehler ist die unvollständige Einschreibung von KHK-Patienten, die im Rahmen der Regelversorgung behandelt werden, ohne dass ihre DMP-Fähigkeit geprüft wird. Ein zweiter Fehler ist die unvollständige Dokumentation der DMP-Qualitätsziele, die zu Rückforderungen oder dem Ausschluss aus dem DMP führen kann. Schließlich wird die Dokumentation des Raucherstatus und der Schulungsteilnahme manchmal vernachlässigt, obwohl sie DMP-Pflichtparameter sind.
Fazit
Kardiologen sollten das DMP KHK als integralen Bestandteil ihrer Praxisstruktur verstehen, systematisch einschreiben und dokumentieren, um sowohl die Patientenversorgung zu verbessern als auch die Vergütungspotenziale vollständig zu realisieren. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung – DMP KHK
- GKV-Spitzenverband – Disease-Management-Programme
- Bundesgesundheitsministerium – Herzerkrankungen und DMP
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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