Nuklearmediziner sind in den deutschen DMP nicht als Koordinations- oder Mitbehandlungsärzte vorgesehen. Dennoch ist die Schnittmenge mit DMP-Erkrankungen erheblich: Myokardperfusionsszintigrafien bei KHK-DMP-Patienten, PET-Diagnostik bei Schilddrüsen- und Tumorerkrankungen sowie Schilddrüsentherapien bei Patienten mit kardialen Risikofaktoren machen Nuklearmediziner zu wichtigen diagnostischen Partnern im DMP-Versorgungsnetz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Myokardszintigrafie als DMP-KHK-Schnittstelle: Nuklearmedizinische Myokardperfusionsuntersuchungen sind eine wichtige Diagnostik im Rahmen der KHK-DMP-Betreuung.
  • Schilddrüsenerkrankungen und kardiovaskuläres Risiko: Hypothyreose und Hyperthyreose beeinflussen das kardiovaskuläre Risikoprofil von DMP-KHK-Patienten erheblich.
  • PET-Diagnostik bei DMP-Brustkrebspatientinnen: Nuklearmediziner spielen bei der onkologischen Verlaufsdiagnostik im DMP Brustkrebs eine wichtige Rolle.

DMP-Programme speziell für Nuklearmediziner

Im DMP Koronare Herzkrankheit ist die Myokardperfusionsszintigrafie (MPS) eine wichtige diagnostische Methode zur Beurteilung der Ischämieschwere und Therapiekontrolle. Nuklearmediziner, die MPS durchführen, sind faktisch Mitbehandler im KHK-DMP-Versorgungsnetz, ohne formal als DMP-Mitbehandler vergütet zu werden. Die Befundrückmeldung an den koordinierenden KHK-DMP-Arzt ist eine wichtige Schnittstellenaufgabe.

Schilddrüsenerkrankungen haben erhebliche Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System: Sowohl Hypothyreose als auch Hyperthyreose verschlechtern die Prognose bei KHK; umgekehrt beeinflussen Amiodaron-Therapien bei Herzrhythmusstörungen die Schilddrüsenfunktion. Nuklearmediziner, die Schilddrüsentherapien bei KHK-DMP-Patienten durchführen, sollten den koordinierenden KHK-Arzt über die Therapie und ihre kardiovaskulären Implikationen informieren.

Worauf Nuklearmediziner besonders achten sollten

Nuklearmediziner sollten bei der Behandlung von DMP-Patienten den DMP-Status systematisch erfassen und relevante Befunde an den koordinierenden DMP-Arzt übermitteln. Für MPS-Untersuchungen bei KHK-DMP-Patienten sollte ein standardisierter Befundbericht an den koordinierenden Arzt fester Bestandteil des Prozesses sein. Ärzteversichert empfiehlt Nuklearmedizinern, die Schnittstellen zu den relevanten DMP in der Praxisorganisation zu formalisieren.

Die Einführung der ePA schafft perspektivisch bessere Möglichkeiten für die Integration nuklearmedizinischer Befunde in die DMP-Dokumentation; Nuklearmediziner sollten die ePA-Anbindung ihrer Praxis rechtzeitig planen.

Typische Fehler bei Nuklearmedizinern

Ein häufiger Fehler ist die fehlende Rückmeldung an den koordinierenden DMP-Arzt nach MPS-Untersuchungen; ohne strukturierte Rückmeldung fehlt dem DMP-Koordinationsarzt wichtige diagnostische Information. Ein zweiter Fehler ist die fehlende Berücksichtigung von DMP-Kontraindikationen bei der Planung nuklearmedizinischer Therapien (z. B. Schilddrüsentherapie bei schwerer Herzinsuffizienz). Schließlich fehlt oft ein systematischer Prozess für die DMP-Kommunikation bei PET-Befunden bei DMP-Brustkrebspatientinnen.

Fazit

Nuklearmediziner sind wichtige diagnostische Partner im DMP-Versorgungsnetz; eine systematische Befundkommunikation mit koordinierenden DMP-Ärzten verbessert die Behandlungsqualität für gemeinsame Patienten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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