Onkologen sind im DMP Brustkrebs als mitbehandelnde Ärzte vorgesehen und spielen eine zentrale Rolle in der strukturierten Nachsorge von Brustkrebspatientinnen. Darüber hinaus betreuen Onkologen häufig Patienten mit gleichzeitiger DMP-Einschreibung in anderen Programmen (KHK, Diabetes), was eine koordinierte Behandlungsplanung erfordert.

Das Wichtigste in Kürze

  • DMP Brustkrebs als zentrales Programm für Onkologen: Onkologen sind als mitbehandelnde Fachärzte im DMP Brustkrebs tätig und erhalten entsprechende Mitbehandlervergütungen.
  • Chemotherapie und DMP-Diabetes-Management koordinieren: Bei Brustkrebspatientinnen mit gleichzeitigem Typ-2-Diabetes müssen Chemotherapie-induzierte Blutzuckerschwankungen mit dem DMP-Diabetes-Arzt abgestimmt werden.
  • Kardiotoxizität und DMP KHK: Kardiotoxische Chemotherapien (Anthrazykline, Trastuzumab) bei KHK-DMP-Patienten erfordern enge Abstimmung mit dem koordinierenden Kardiologen.

DMP-Programme speziell für Onkologen

Im DMP Brustkrebs sind Onkologen als Mitbehandler für die systemische Therapie (Chemotherapie, Endokrin-, Immuntherapie) vorgesehen. Die Kommunikation mit dem koordinierenden DMP-Arzt (in der Regel ein Gynäkologe oder Hausarzt) ist Bestandteil der DMP-Mitwirkungspflicht: Behandlungsverläufe, Therapieumstellungen und relevante Nebenwirkungen müssen dokumentiert und kommuniziert werden.

Onkologen behandeln zudem häufig Patienten mit Multimorbidität, die gleichzeitig in mehreren DMP eingeschrieben sind. Besonders relevant sind Wechselwirkungen zwischen onkologischer Therapie und DMP-Zielwerten: Steroide als antiemetische Komedikation bei Chemotherapie können den Blutzucker eines DMP-Diabetes-Patienten erheblich verschlechtern; Anthrazykline und Trastuzumab können bei KHK-DMP-Patienten kardiotoxische Effekte haben, die das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen.

Worauf Onkologen besonders achten sollten

Onkologen sollten bei der Therapieplanung den DMP-Status ihrer Patienten systematisch berücksichtigen und bei Chemotherapieplänen, die DMP-relevante Parameter beeinflussen, aktiv mit dem koordinierenden DMP-Arzt kommunizieren. Ärzteversichert empfiehlt Onkologen, für die DMP-Kommunikation standardisierte Informationsbögen zu nutzen, die den koordinierenden Arzt über relevante Therapiebeginn und Therapieumstellungen informieren.

Für die Mitbehandlervergütung im DMP Brustkrebs sollte die korrekte EBM-Abrechnung und vollständige Dokumentation sichergestellt sein; fehlende Dokumentationen führen regelmäßig zu Rückforderungen.

Typische Fehler bei Onkologen

Ein häufiger Fehler ist die fehlende Rückmeldung an den koordinierenden DMP-Arzt bei Therapieumstellungen; der koordinierende Arzt muss über alle relevanten Änderungen informiert sein, um die DMP-Dokumentation aktuell zu halten. Ein zweiter Fehler ist die unzureichende Berücksichtigung von DMP-KHK- oder DMP-Diabetes-Parametern bei der onkologischen Therapieplanung. Schließlich wird die Mitbehandlervergütung im DMP Brustkrebs manchmal nicht abgerechnet, weil die EBM-Ziffern nicht bekannt sind.

Fazit

Onkologen sind wichtige Mitbehandler im DMP Brustkrebs und müssen gleichzeitig die DMP-relevanten Komorbiditäten ihrer Patienten in die onkologische Therapieplanung einbeziehen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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