Chirurgen sind als Chefärzte oder niedergelassene Belegärzte unter den Topverdienern im Medizinbetrieb mit monatlichen Nettoeinkommen von 10.000 bis 20.000 EUR. Gleichzeitig tragen sie ein erhöhtes Berufsunfähigkeitsrisiko durch die Abhängigkeit von intakter Handfunktion, was ETF-Sparplan und BU-Absicherung zu einer besonders wichtigen Kombination macht.
Das Wichtigste in Kürze
- Chirurgen sollten aufgrund ihres hohen Einkommens eine Sparrate von mindestens 15 bis 20 % des Nettoeinkommens anstreben; bei 12.000 EUR netto entspricht das 1.800 bis 2.400 EUR monatlich.
- Ein thesaurierender MSCI-World-ETF ist für Chirurgen mit langer Anlagehorizontperspektive (20 bis 30 Jahre) besonders geeignet, da der Zinseszinseffekt bei frühem Beginn maximiert wird.
- Chirurgen mit Berufsunfähigkeitsschutz sollten die BU-Rente und das ETF-Depot aufeinander abstimmen: Das Depot kompensiert langfristige Einkommensverluste, die die BU-Rente nicht abdeckt.
ETF-Sparplan speziell für Chirurgen
Chirurgen haben durch ihre langen Weiterbildungszeiten (oft bis 35 Jahre) einen späten Einkommenshöchstpunkt. Der ETF-Sparplan sollte daher sofort mit dem ersten Oberarztgehalt beginnen und konsequent über die gesamte verbleibende Berufszeit fortgeführt werden. Ein Sparplan von 2.000 EUR monatlich über 25 Jahre bei 7 % Jahresrendite ergibt ein Endvermögen von rund 1,62 Millionen EUR.
Chefärzte haben häufig Zugang zu betrieblichen Altersvorsorgelösungen (Rückdeckungsversicherung, Versorgungszusage), die steuerlich attraktiv sind. Diese sollten kombiniert mit einem privaten ETF-Depot geführt werden, um sowohl steuerliche Vorteile als auch Flexibilität zu sichern.
Worauf Chirurgen besonders achten sollten
Die Abhängigkeit von der Handfunktion erhöht das Risiko eines Einkommenseinbruchs durch Berufsunfähigkeit. Ärzteversichert empfiehlt Chirurgen, die ETF-Sparrate so zu wählen, dass das Depot auch bei einem längeren BU-Leistungsfall (z.B. durch vorhandenes Vermögen) Erträge generiert, die den Lebensstandard stützen.
Chirurgen, die eine eigene Praxis oder ein Operationszentrum betreiben, sollten das Betriebsvermögen strikt vom privaten ETF-Depot trennen und keine Praxisüberschüsse direkt in das Depot überführen, ohne steuerliche Beratung eingeholt zu haben.
Typische Fehler bei Chirurgen
Ein häufiger Fehler ist die zu risikoreiche Einzelaktienanlage. Chirurgen mit hohem Selbstvertrauen (durch die berufliche Tätigkeit geprägt) neigen dazu, auch bei Kapitalanlagen auf einzelne Werte zu setzen statt auf diversifizierte ETFs. Historisch schneiden solche Portfolios langfristig schlechter ab als breit diversifizierte Indexfonds.
Ein weiterer Fehler ist das Ignorieren der Steuerplanung: Chirurgen mit hohem Einkommen zahlen auf Kapitalerträge im oberen Einkommenssegment hohe Steuern; eine Depotstruktur, die die Abgeltungssteuer optimal berücksichtigt, kann über die Jahre erhebliche Summen sparen.
Fazit
Chirurgen sollten ihren ETF-Sparplan so früh wie möglich beginnen, auf breite Diversifikation setzen und ihn als unabhängige Ergänzung zur BU-Absicherung verstehen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium der Finanzen – Kapitalanlage und Abgeltungssteuer
- Arbeitsgemeinschaft der Versorgungswerke – Ärzteversorgung
- Bundesärztekammer – Altersvorsorge für Ärzte
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →