Dermatologen stehen vor der Herausforderung, ein breites Fachgebiet kontinuierlich fortzubilden: Von der dermatologischen Onkologie über Allergologie bis zu ästhetischen Verfahren reicht die Bandbreite. Die rasch wachsende Zahl biologischer Therapien bei Psoriasis, Neurodermitis und Urtikaria erfordert regelmäßige Aktualisierung des Wissensstands.
Das Wichtigste in Kürze
- 250 CME-Punkte in fünf Jahren sind für Dermatologen Mindestpflicht gemäß Landesärztekammer
- Fortbildungen zu Biologika und kleinen Molekülen (JAK-Inhibitoren) sind praxisrelevant und werden von Kassen bei der Verordnungsfähigkeit vorausgesetzt
- Ästhetisch tätige Dermatologen unterliegen zusätzlich Herstellerschulungsanforderungen für invasive Verfahren
Fortbildungspflicht speziell für Dermatologen
Dermatologen, die als Vertragsärzte Biologika verordnen, müssen Fortbildungsvoraussetzungen gemäß den Beschlüssen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erfüllen. Für die Verordnung von Dupilumab, Secukinumab oder JAK-Inhibitoren bei schweren Formen der Neurodermitis oder Psoriasis sind spezifische Qualifikationsnachweise erforderlich, die durch akkreditierte Fortbildungsveranstaltungen erworben werden.
Im Bereich Dermatologische Onkologie werden von zertifizierten Hautkrebszentren regelmäßige Tumor-Boards und Fortbildungen zu Immuntherapien (PD-1-Inhibitoren, CTLA-4-Inhibitoren) vorausgesetzt. Ästhetisch tätige Dermatologen benötigen Herstellerzertifikate für Botulinumtoxin und Filler; diese werden nicht als CME-Punkte angerechnet, sind aber vertraglich und haftungsrechtlich relevant.
Worauf Dermatologen besonders achten sollten
Niedergelassene Dermatologen sollten prüfen, ob ihre Praxissoftware Fortbildungsnachweise automatisch für die KV-Pflicht dokumentiert. Wer Biologika verordnet, sollte die Verordnungsvoraussetzungen seiner KV kennen, da Prüfverfahren bei Überschreitung von Richtgrößen möglicherweise auf fehlende Qualifikationsnachweise hinweisen. Ärzteversichert empfiehlt, ästhetische Tätigkeiten in der Berufshaftpflicht separat anzumelden, da diese ein eigenes Risikoprofil besitzen.
Typische Fehler bei Dermatologen
Ein verbreiteter Fehler ist die Verwechslung von Herstellerschulungen (für ästhetische Verfahren) mit CME-akkreditierten Fortbildungen. Zweiter Fehler: Dermatologen, die neu mit Biologika beginnen, unterschätzen den Dokumentationsaufwand für die Erstverordnungsvoraussetzungen. Dritter Fehler: Das Zertifikat zur Dermoskopie-Ausbildung läuft aus, ohne dass eine Rezertifizierung eingeplant wurde.
Fazit
Dermatologen profitieren von einem Fortbildungsplan, der therapeutische Neuentwicklungen, vertragsärztliche Qualifikationspflichten und ästhetische Tätigkeiten systematisch abbildet. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Fortbildung und CME-Punkte
- KBV – Qualitätssicherung Biologika
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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