Internisten haben die breiteste Fachgebietsstruktur aller ärztlichen Disziplinen: Je nach Schwerpunkt umfasst die Innere Medizin Gastroenterologie, Nephrologie, Endokrinologie, Hämatologie und weitere Teilgebiete. Diese Breite schlägt sich in einer besonders umfangreichen Fortbildungslandschaft nieder.

Das Wichtigste in Kürze

  • 250 CME-Punkte in fünf Jahren gelten für alle Internisten, unabhängig vom gewählten Schwerpunkt
  • Schwerpunktinternisten (Gastroenterologen, Kardiologen, Rheumatologen) müssen zusätzlich die Anforderungen ihrer Subspezialisierung erfüllen
  • Prozedurgebundene Qualifikationen (Endoskopie, Echokardiographie, Sonographie) müssen durch Fallzahlen und Kurse belegt werden

Fortbildungspflicht speziell für Internisten

Internisten, die endoskopische Leistungen erbringen, müssen Mindestfallzahlen gemäß den Anforderungen der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Für die Berechtigung zur Koloskopie sind gemäß Krebsfrüherkennungs-Richtlinie mindestens 200 selbstständig durchgeführte Koloskopien und ein spezifischer Einführungskurs nachzuweisen. Diese Anforderung betrifft allein in Deutschland mehr als 6.000 koloskopisch tätige Ärzte.

Im Bereich Sonographie gelten die Anforderungen der DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin), die eine Stufenqualifikation von Basis über Aufbau bis DEGUM-III vorsieht. Internisten mit internistischem Schwerpunkt (z.B. Rheumatologie) müssen darüber hinaus Nachweise über gelenk- und weichteilsonographische Kenntnisse erbringen. Die Kosten für DEGUM-Kurse liegen je nach Stufe zwischen 500 und 2.000 EUR.

Worauf Internisten besonders achten sollten

Internisten sollten für jeden ausgeübten Leistungsbereich prüfen, ob eigene Qualifikationsanforderungen bestehen. Gerade beim Wechsel in eine neue Praxis oder Klinik müssen alle Zertifikate auf Aktualität geprüft werden. Ärzteversichert empfiehlt, vor der Aufnahme einer neuen Leistung (etwa Blutdrucklangzeitmessung als IGeL oder Herzkatheter) die geltenden Qualifikationsvoraussetzungen zu klären, um Regress- und Haftungsrisiken zu vermeiden.

Typische Fehler bei Internisten

Ein verbreiteter Fehler ist das Vergessen der Fallzahlpflege für prozedurgebundene Genehmigungen: Wer zeitweise weniger als die Mindestzahl an Koloskopien oder Herzechos durchführt, riskiert den Entzug der Genehmigung. Zweiter Fehler: Internisten im Kliniksbereich gehen davon aus, dass der Arbeitgeber automatisch alle notwendigen Fortbildungen finanziert und organisiert, was oft nicht zutrifft.

Fazit

Internisten profitieren von einer schwerpunktbezogenen Fortbildungsplanung, die allgemeine CME-Pflichten mit prozedurspezifischen und leitliniengerechten Anforderungen verbindet. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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