Kinderärzte und Kinder- und Jugendmediziner betreuen eine Patientengruppe, bei der Entwicklung und Wachstum ständig neue klinische Anforderungen stellen. Von der Neonatologie über Impfprävention bis zur Adoleszentenmedizin reicht das Spektrum, das regelmäßige Fortbildungsanpassungen erfordert.

Das Wichtigste in Kürze

  • 250 CME-Punkte in fünf Jahren sind Pflicht; die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) bietet eigene Fortbildungsprogramme an
  • Kinderärzte in der pädiatrischen Notfallversorgung benötigen regelmäßige Reanimationszertifikate (EPLS/PALS)
  • U-Untersuchungen und Impfberatungen unterliegen eigenen Qualifikationsanforderungen der jeweiligen KV-Bezirke

Fortbildungspflicht speziell für Kinderärzte

Kinderärzte mit Schwerpunkt Neonatologie müssen regelmäßige Zertifizierungen für Neugeborenenreanimation nach NLS (Newborn Life Support) vorhalten. Diese sind alle zwei Jahre zu erneuern und kosten zwischen 300 und 500 EUR pro Kurs. Kinderärzte in pädiatrischen Notaufnahmen benötigen zusätzlich EPLS-Zertifikate (European Paediatric Life Support), die nach demselben Rhythmus rezertifiziert werden.

Im Bereich Impfwesen müssen Kinderärzte die Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission) kontinuierlich verfolgen, da neue Impfstoffe und Impfschemata regelmäßig in den Impfkalender aufgenommen werden. Viele KV-Bezirke fordern bei der Abrechnung von Impfleistungen implizit, dass der Arzt über die aktuellen STIKO-Empfehlungen informiert ist. Kinderärzte mit sozialpädiatrischer Tätigkeit unterliegen zusätzlichen Fortbildungspflichten für Entwicklungsdiagnostik und Kindeswohlgefährdung.

Worauf Kinderärzte besonders achten sollten

Kinderärzte sollten die für ihre Praxis relevanten Qualifikationsnachweise regelmäßig auf Aktualität prüfen, insbesondere für Reanimationszertifikate und Spezialsprechstunden. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Berufshaftpflicht explizit darauf zu achten, ob neonatologische oder sozialpädiatrische Tätigkeiten mitversichert sind, da diese eigene Risikoklassen bilden können.

Typische Fehler bei Kinderärzten

Ein verbreiteter Fehler ist das Versäumen der zweijährlichen EPLS-Rezertifizierung, da Kinderärzte in der Allgemeinpraxis seltener mit Notfallsituationen konfrontiert sind und die Dringlichkeit unterschätzen. Zweiter Fehler: Kinderärzte, die an Schuleingangsuntersuchungen oder Schularztdiensten teilnehmen, übersehen fachspezifische Fortbildungsanforderungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Fazit

Kinderärzte brauchen eine Fortbildungsplanung, die Notfallmedizin, Impfkunde und entwicklungspädiatrische Anforderungen systematisch integriert. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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