Die Neurologie hat sich in den vergangenen zehn Jahren durch neue Schlaganfalltherapien, Biologika für Multiple Sklerose und die wachsende Bedeutung der Parkinsonversorgung stark verändert. Neurologen stehen daher vor der Aufgabe, nicht nur allgemeine CME-Pflichten zu erfüllen, sondern auch hochspezialisierte Behandlungsverfahren kontinuierlich fortzubilden.

Das Wichtigste in Kürze

  • 250 CME-Punkte in fünf Jahren sind für alle Neurologen Pflicht; die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) bietet eigene Zertifizierungsprogramme an
  • Neurologen in Stroke Units benötigen spezifische Qualifikationsnachweise für die Thrombolyse und Thrombektomie-Nachsorge
  • MS-Spezialisten müssen sich bei der Verordnung von Hochwirksam-Immuntherapien regelmäßig fortbilden

Fortbildungspflicht speziell für Neurologen

Neurologen in zertifizierten Stroke Units müssen gemäß den Anforderungen der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) regelmäßige Fortbildungen zu akuten Schlaganfalltherapien (intravenöse Lyse, mechanische Thrombektomie) nachweisen. Diese Fortbildungen sind teilweise an Fallzahlnachweise der Einheit gebunden; Stroke Units müssen für ihre Zertifizierung mindestens 200 Schlaganfallpatienten pro Jahr versorgen.

Im Bereich Multiple Sklerose haben neue Therapiesubstanzen (Anti-CD20-Antikörper, S1P-Modulatoren, BTK-Inhibitoren) die Therapielandschaft grundlegend verändert. Neurologen, die Hochrisiko-Immuntherapien verordnen, müssen gemäß den Risikomaanagement-Programmen der jeweiligen Hersteller spezifische Schulungen absolvieren und dokumentieren. Das Risikomanagementsystem für Natalizumab beispielsweise setzt eine jährliche Schulung voraus.

Worauf Neurologen besonders achten sollten

Neurologen sollten für jeden Wirkstoff mit obligatorischen Risikomanagementprogrammen eine eigene Dokumentationsmappe führen und diese regelmäßig aktualisieren. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Berufshaftpflicht die Deckung für Schäden durch Infusionstherapien und Hochrisiko-Immuntherapien explizit zu prüfen, da diese Behandlungen ein spezifisches Komplikationsprofil aufweisen.

Typische Fehler bei Neurologen

Ein häufiger Fehler ist das Vergessen der verpflichtenden jährlichen Schulungen zu Risikomanagementprogrammen einzelner MS-Therapeutika. Zweiter Fehler: Neurologen in ambulanter Praxis unterschätzen die Fortbildungsanforderungen für die Durchführung von Botulinumtoxin-Injektionen bei Spastik und Dystonie, für die Anerkennungen und Fallzahlen benötigt werden.

Fazit

Neurologen profitieren von einer strukturierten Fortbildungsplanung, die Stroke-Unit-Zertifizierungen, MS-Risikomanagement-Programme und allgemeine CME-Punkte systematisch abdeckt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →