Notfallmediziner sind in besonderer Weise auf aktuelles Wissen angewiesen, da sie täglich lebensbedrohliche Situationen unter Zeitdruck managen. Die Fortbildungspflicht umfasst hier nicht nur theoretische Inhalte, sondern vor allem simulationsbasiertes Training, das Handlungssicherheit in Extremsituationen sicherstellt.
Das Wichtigste in Kürze
- 250 CME-Punkte in fünf Jahren gelten für alle Notfallmediziner; der Notarztschein muss alle fünf Jahre rezertifiziert werden
- Kurse wie ACLS, ATLS und ERC-Algorithmen müssen regelmäßig aufgefrischt werden
- Simulationstrainings und CRM-Kurse (Crisis Resource Management) werden von vielen Kliniken als verpflichtend angesehen
Fortbildungspflicht speziell für Notfallmediziner
Der Notarztschein (Zusatzbezeichnung Notfallmedizin) ist nach dem Erwerb keine lebenslange Qualifikation: Die meisten Landesärztekammern verlangen eine Rezertifizierung alle fünf Jahre, die durch den Nachweis von mindestens 50 Notarzteinsätzen und einem 24-stündigen Refresherkurs erbracht wird. Wer diesen Nachweis versäumt, riskiert den Verlust der Zusatzbezeichnung.
Notfallmediziner in Zentralen Notaufnahmen (ZNA) unterliegen den Zertifizierungsanforderungen der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA), die für Leitärzte in ZNAs regelmäßige Managementkurse und Qualitätssicherungsmaßnahmen vorschreibt. Simulationsbasierte Trainings (Megacode, Team-Reanimation, Polytraumamanagement) kosten je nach Anbieter zwischen 400 und 1.200 EUR und sind ein unverzichtbarer Teil der notfallmedizinischen Fortbildung.
Worauf Notfallmediziner besonders achten sollten
Notfallmediziner sollten die Ablaufdaten ihrer Zertifikate (Notarztschein, ACLS, ATLS, ERC) in einem Kalendersystem mit ausreichend Vorlauf hinterlegen, da die Kursangebote oft ausgebucht sind und eine kurzfristige Planung scheitern kann. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht explizit auf den Einsatz im Rettungsdienst zu prüfen, da dieser ein anderes Haftungsregime als der Klinikbetrieb aufweist.
Typische Fehler bei Notfallmedizinern
Ein häufiger Fehler ist das Versäumen der fünfjährlichen Notarztrezertifizierung, weil Notfallmediziner im klinischen Alltag eingebunden sind und den Papierkram vernachlässigen. Zweiter Fehler: Notfallmediziner rechnen Dienste im Rettungsdienst als automatischen Qualifikationsnachweis an, ohne zu prüfen, ob separate Einsatzdokumentationen für die Rezertifizierung erforderlich sind.
Fazit
Notfallmediziner benötigen ein besonders engmaschiges Fortbildungsmanagement, das simulationsbasierte Trainings, Zertifikatsfristen und allgemeine CME-Punkte systematisch überwacht. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Fortbildung und CME-Punkte
- Bundesgesundheitsministerium – Rettungsdienstgesetzgebung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →