Onkologen arbeiten in einem der am schnellsten wachsenden medizinischen Fachgebiete: Neue Immuntherapien, zielgerichtete Substanzen und CAR-T-Zell-Therapien verändern Behandlungsstandards in immer kürzeren Abständen. Die Fortbildungspflicht ist hier besonders intensiv, da fehlende Kenntnisse zu suboptimalen Therapieentscheidungen und erhöhten Haftungsrisiken führen.
Das Wichtigste in Kürze
- 250 CME-Punkte in fünf Jahren sind Pflicht; führende onkologische Fachgesellschaften (DKG, DGHO) bieten eigene Zertifizierungsprogramme an
- Onkologen in zertifizierten Krebszentren müssen regelmäßige Tumor-Board-Teilnahmen und externe Fortbildungen nachweisen
- Für die Verordnung von Checkpoint-Inhibitoren und CAR-T-Zell-Therapien sind spezifische Schulungen der Hersteller und EMA-seitige Risikomanagementsysteme zu beachten
Fortbildungspflicht speziell für Onkologen
Onkologen in DKG-zertifizierten Organkrebszentren (Brustkrebszentrum, Darmkrebszentrum, Lungenkrebszentrum) sind verpflichtet, jährlich eine definierte Anzahl von Fortbildungsstunden zu absolvieren, die spezifisch für das jeweilige Organ sind. Das DKG-Zertifizierungssystem verlangt u.a. den Nachweis interner Qualitätszirkel, externer Kongresse und interdisziplinärer Tumor-Board-Sitzungen.
Für die Anwendung von CAR-T-Zell-Therapien (z.B. Axicabtagen Ciloleucel, Tisagenlecleucel) verlangen die EMA-Zulassungen und die REMS-Programme (Risk Evaluation and Mitigation Strategy) der Hersteller spezifische Schulungen. Nur zertifizierte Zentren mit entsprechend qualifizierten Ärzten dürfen diese Therapien verabreichen. Die Schulungen müssen dokumentiert werden und sind Teil der regelmäßigen Qualitätssicherung.
Worauf Onkologen besonders achten sollten
Onkologen sollten systematisch verfolgen, welche neuen Substanzen Pflichtschulungen erfordern, und diese zeitnah nach der Zulassung absolvieren. Eine Verordnung ohne obligatorische Schulung kann zu Regress und zu Haftungsansprüchen führen. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht auf onkologische Spezialtherapien (insbesondere Immuntherapien mit potenziell schweren Nebenwirkungen) ausreichend zu dimensionieren.
Typische Fehler bei Onkologen
Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung des Dokumentationsaufwands für Pflichtschulungen bei neuen Therapiesubstanzen. Zweiter Fehler: Onkologen in Kooperationszentren (ohne vollständige DKG-Zertifizierung) gehen davon aus, dass die Fortbildungsanforderungen des Hauptzentrums für sie nicht gelten, was zu Zertifizierungsproblemen führen kann.
Fazit
Onkologen brauchen eine proaktive Fortbildungsplanung, die Zertifizierungsanforderungen, Pflichtschulungen für neue Substanzen und allgemeine CME-Pflichten lückenlos abdeckt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Fortbildung und CME-Punkte
- KBV – Qualitätssicherung Onkologie
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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