Orthopäden und Unfallchirurgen stehen vor einer umfangreichen Fortbildungspflicht, die sowohl konservative als auch operative Verfahren umfasst. Neue Endoprothesendesigns, minimal-invasive Operationstechniken und die wachsende Bedeutung der muskuloskelettalen Sonographie verlangen kontinuierliche Weiterqualifizierung.
Das Wichtigste in Kürze
- 250 CME-Punkte in fünf Jahren sind Pflicht; DGOOC und DGU bieten eigene Fortbildungsprogramme mit fachspezifischen Zertifikaten an
- Operativ tätige Orthopäden benötigen Gerätezertifizierungen für Implantate und Operationssysteme (z.B. navigierte Endoprothetik)
- Sonographisch tätige Orthopäden müssen DEGUM-Qualifikationen vorhalten
Fortbildungspflicht speziell für Orthopäden
Orthopäden, die in zertifizierten Endoprothesenzentren (EndoCert) tätig sind, müssen für die Aufrechterhaltung der Zertifizierung neben Fallzahlnachweisen regelmäßige Fortbildungen zu Revisionsoperationen, Prothesenregister-Qualitätssicherung und perioperativem Management absolvieren. Das DGOOC-Zertifizierungssystem verlangt von leitenden Ärzten in diesen Zentren mindestens 250 Primärendoprothesen pro Jahr.
Im Bereich Arthroskopie verlangen die Arthroskopie-Vereinigung Deutschland (AVD) und die DGOU regelmäßige Cadaver-Kurse und Wet-Lab-Trainings für neue arthroskopische Techniken. Die Kosten für diese Wet-Lab-Kurse liegen zwischen 500 und 1.500 EUR pro Veranstaltung. Muskuloskelettale Sonographie wird nach den DEGUM-Stufen I bis III zertifiziert und muss durch Fallzahlen und Kurse belegt werden.
Worauf Orthopäden besonders achten sollten
Orthopäden mit Implantattätigkeit sollten sicherstellen, dass alle herstellerspezifischen Schulungen für neue Implantatsysteme dokumentiert sind. Im Schadensfall ist der Nachweis einer ordnungsgemäßen Einweisung entscheidend. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht für implantatchirurgische Eingriffe auf ausreichende Deckungshöhen zu prüfen, da Endoprothesen-Komplikationen kostspielige Haftpflichtfälle generieren.
Typische Fehler bei Orthopäden
Ein verbreiteter Fehler ist das Versäumen der Rezertifizierung von Arthroskopie-Kursen, weil der persönliche Lerneffekt durch jahrelange Praxis als ausreichend empfunden wird. Zweiter Fehler: Orthopäden unterschätzen die Fortbildungsanforderungen für manualmedizinische Tätigkeiten, für die eine separate Zusatzbezeichnung und deren Aktualisierung erforderlich sind.
Fazit
Orthopäden profitieren von einer Fortbildungsplanung, die Endoprothetik-Zertifizierungen, arthroskopische Qualifikationen und allgemeine CME-Pflichten systematisch verbindet. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Fortbildung und CME-Punkte
- KBV – Qualitätssicherung Orthopädie
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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