Augenärzte verfügen über ein ausgeprägtes Einkommenssspektrum: Während angestellte Klinikmitarbeiter nach Tarifen vergüten, können niedergelassene Augenärzte durch intravitreale Injektionen, Laserbehandlungen und Kataraktchirurgie deutlich höhere Einkommen erzielen. Dieses Spektrum prägt die Gehaltsverhandlung.
Das Wichtigste in Kürze
- Facharztgehälter in Kliniken liegen nach TV-Ärzte bei 7.500 bis 9.500 EUR brutto monatlich; niedergelassene Augenärzte erzielen je nach Leistungsportfolio deutlich höhere Nettoeinkommen
- Augenärzte mit intravitrealer Therapie (AMD, Diabetische Retinopathie) oder refraktiver Chirurgie erzielen Mehreinnahmen von 20 bis 40% gegenüber rein konservativ tätigen Kollegen
- Der ambulante Bereich bietet über GOÄ-Abrechnung und IGeL-Leistungen erhebliches Einkommenspotenzial
Gehaltsverhandlung speziell für Augenärzte
Augenärzte in MVZ oder Augenkliniken, die intravitreale Injektionen in großer Stückzahl erbringen, sind für die Einrichtung besonders wertvoll, da diese Leistungen hohe Erträge generieren. Wer als angestellter Augenarzt in einem solchen Zentrum arbeitet, sollte die eigene Leistungserbringung als Verhandlungsargument nutzen und Umsatzbeteiligungen oder Qualitätsprämien verhandeln.
Niedergelassene Augenärzte, die refraktive Chirurgie (LASIK, SMILE) anbieten, erzielen überwiegend privatärztliche Umsätze ohne GKV-Budgetgrenzen. Je nach Praxisvolumen sind Nettoeinkommen von 15.000 bis 25.000 EUR monatlich möglich. Der Praxiskauf oder die Gründung mit Lasertechnologie erfordert eine erhebliche Investition (LASIK-Laser: 250.000 bis 500.000 EUR), die bei Einkommensplanung und Finanzierungsverhandlungen berücksichtigt werden muss.
Worauf Augenärzte besonders achten sollten
Angestellte Augenärzte sollten bei Vertragsverhandlungen den Anteil privat- und kassenärztlicher Leistungen in der Einrichtung kennen, da die Vergütung bei privat ausgerichteten Zentren oft höher ausfällt. Ärzteversichert empfiehlt, Einkommensausfälle durch Berufsunfähigkeit bei Augenärzten besonders sorgfältig abzusichern, da die Feinsichtigkeit für diagnostische und operative Arbeit unverzichtbar ist.
Typische Fehler bei Augenärzten
Ein verbreiteter Fehler ist das Unterschätzen des Werts eigener Spezialqualifikationen (intravitreale Therapie, Glaukomchirurgie) in der Gehaltsdiskussion. Zweiter Fehler: Augenärzte in Gemeinschaftspraxen verhandeln den Gesellschaftsvertrag zu wenig aus und unterschätzen die langfristigen Einkommensunterschiede zwischen Gewinnbeteiligungsmodellen.
Fazit
Augenärzte können durch gezielte Positionierung im ambulanten und spezialisierten Bereich ein überdurchschnittliches Einkommen erzielen; die Grundlage dafür ist eine fundierte Marktkenntnis. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Ärztestatistik und Einkommensberichte
- KBV – Niederlassung und Vergütungsstrukturen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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